Was ist eine Customer Journey?

Was ist eine Costumer Journey?

Eine Costumer Journey beschreibt den gesamten Weg von der ersten Aufmerksamkeit bis zur langfristigen Bindung, über alle Kanäle und Kontaktpunkte hinweg. Wer sie versteht, kann Erlebnisse gezielt verbessern, Reibung senken und Vertrauen aufbauen.

Costumer Journey im Überblick

AspektKernaussage
DefinitionDie Costumer Journey beschreibt alle Schritte und Kontaktpunkte vom ersten Interesse bis zur Bindung, aus Sicht der Kundinnen und Kunden.
Abgrenzung zu TouchpointsTouchpoints sind einzelne Begegnungen, die Journey ist die zusammenhängende Abfolge mit Kontext, Erwartungen und Wirkung.
Typische PhasenHäufige Phasen sind Aufmerksamkeit, Abwägung, Kauf, Onboarding, Nutzung und Loyalität, je nach Branche mit unterschiedlicher Gewichtung.
Zentrale BausteineEine belastbare Journey braucht Zielgruppe, konkreten Anlass, Schritte, Kanäle, Informationsbedarf und emotionale Hürden pro Schritt.
MessbarkeitAussagekräftig wird die Journey durch Kennzahlen je Phase und durch Feedback, damit Ursachen für Reibungspunkte erkennbar werden.

Menschen kaufen selten in einem Schritt. Sie vergleichen, lesen Bewertungen, fragen im Umfeld nach, testen Funktionen, brechen ab und kommen später zurück. Genau diese Abfolge macht sichtbar, was im Unternehmen oft verborgen bleibt. Nicht die einzelne Anzeige, nicht der einzelne Shopbesuch, sondern die Kette der Erlebnisse entscheidet über Erfolg oder Frust.

Die Costumer Journey hilft dabei, diese Kette strukturiert zu betrachten. Sie ordnet Kontakte, Erwartungen und Entscheidungen in eine nachvollziehbare Reihenfolge. So wird klar, an welchen Stellen Interessierte Unterstützung brauchen, wo sie ins Stocken geraten und welche Momente besonders positiv wirken. Für Marketing, Vertrieb, Service und Produktteams entsteht damit ein gemeinsamer Blick auf dasselbe Ziel.

Costumer Journey im Überblick

Eine Costumer Journey ist die end-to-end-Sicht auf alle Interaktionen, die eine Person mit einer Marke erlebt, während sie ein Ziel verfolgt. Das Ziel kann ein Kauf sein, aber auch eine Kündigung vermeiden, eine Reklamation lösen oder ein Upgrade verstehen. Entscheidend ist der Blick aus Sicht der Person, nicht aus Sicht der internen Abteilungen.

In der Praxis wird die Journey oft als Abfolge von Phasen beschrieben. Häufig genutzt sind Awareness, Consideration, Purchase, Onboarding, Usage und Loyalty. Diese Begriffe sind keine Norm, aber sie sind ein nützliches Raster. Wichtig ist, dass jede Phase konkrete Aufgaben enthält, zum Beispiel Preise prüfen, Lieferzeit klären oder Funktionen lernen.

Was unterscheidet eine Costumer Journey von Touchpoints?

Touchpoints sind einzelne Kontaktpunkte, etwa eine Google Suche, ein Chat, ein Paket oder eine Rechnung. Die Costumer Journey verbindet diese Punkte zu einer Geschichte mit Kontext. Erst diese Verbindung zeigt Ursache und Wirkung. Ein späterer Kauf kann durch ein früheres Service Erlebnis ausgelöst werden, nicht durch die letzte Anzeige.

Wer nur Touchpoints optimiert, kann lokal gewinnen und global verlieren. Ein perfekter Checkout hilft wenig, wenn die Produktseite Fragen offen lässt oder wenn Rücksendungen kompliziert sind. Journey Denken schützt vor diesem Tunnelblick.

Die zentralen Bausteine einer Journey

Damit eine Journey mehr ist als ein Poster im Meetingraum, braucht sie klare Bestandteile. Dazu zählen die handelnde Person, ihr Ziel, die wichtigsten Schritte, die Kanäle, die Erwartungen und die emotionale Lage. Ohne diese Elemente bleibt die Darstellung oberflächlich.

In vielen Teams hat sich eine einfache Struktur bewährt. Zuerst wird festgelegt, für wen die Journey gilt, zum Beispiel für Neukunden, Bestandskunden oder Geschäftskunden. Danach wird ein konkreter Anlass gewählt, etwa Erstkauf, Vertragsverlängerung oder Supportfall. So bleibt die Analyse fokussiert.

Welche Rolle spielen Personas und Bedürfnisse?

Personas sind kein Selbstzweck. Sie helfen, typische Ziele und Einschränkungen greifbar zu machen. Eine Person, die wenig Zeit hat, bewertet Prozesslänge anders als eine Person, die ausführlich vergleicht. Eine Journey ohne klare Annahmen zur Person führt oft zu Kompromissformulierungen, die niemandem helfen.

Gute Journeys enthalten daher Bedürfnisse als Leitplanken. Beispiele sind Sicherheit, Transparenz, Geschwindigkeit, Kontrolle oder persönliche Beratung. Diese Bedürfnisse lassen sich in jedem Schritt prüfen, etwa durch verständliche Informationen, klare Kosten und verlässliche Statusupdates.

Phasenmodell mit Praxisbeispielen

Phasenmodelle sind hilfreich, wenn sie nicht als starre Wahrheit verstanden werden. Je nach Branche verschieben sich Gewichtungen. Im Handel kann der Kauf schnell sein, während Onboarding und Nutzung entscheidend sind. In B2B kann die Entscheidungsphase lang sein, mit mehreren Beteiligten und formalen Schritten.

Die folgenden Beispiele zeigen positive Muster. Sie sind bewusst branchenübergreifend gewählt, damit Sie die Mechanik auf Ihr Umfeld übertragen können.

Wie sieht eine starke Awareness Phase aus?

In der Awareness Phase entsteht der erste Eindruck. Positiv wirkt, wenn Informationen sofort zum Bedarf passen. Ein gutes Beispiel ist eine Suchanzeige, die nicht nur wirbt, sondern eine konkrete Frage beantwortet, etwa zur Lieferzeit, zur Kompatibilität oder zu Kosten. Die Folgeseite greift genau diese Frage auf und liefert eine klare Antwort.

Stark ist die Phase auch dann, wenn Erwartungen sauber gesetzt werden. Wenn ein Service nicht überall verfügbar ist, sollte das früh klar sein. Das spart Frust und erhöht Vertrauen bei den Personen, für die es passt.

Was macht die Consideration Phase überzeugend?

In der Consideration Phase werden Alternativen verglichen. Gute Journeys liefern Orientierung, ohne zu überreden. Ein positives Beispiel ist ein Vergleichstool mit transparenten Kriterien, das auch Grenzen erklärt. Wer klar sagt, für wen ein Produkt nicht ideal ist, wirkt glaubwürdig und gewinnt oft die richtigen Kunden.

Ebenfalls wirksam sind echte Nutzungsszenarien. Statt Features aufzuzählen, zeigen gute Anbieter konkrete Anwendungen, etwa mit kurzen Demos, verständlichen FAQs und realistischen Beispielen. So sinkt die kognitive Last, und Entscheidungen werden schneller.

Wie wird der Kaufprozess reibungsarm?

Der Kauf ist selten das Ende der Arbeit, aber er ist ein kritischer Moment. Positive Journeys reduzieren Unklarheiten. Dazu gehören klare Preisangaben, nachvollziehbare Versandkosten und ein Checkout, der nur notwendige Daten abfragt. Auch Zahlungsarten sollten zur Zielgruppe passen.

Ein eindrückliches Beispiel ist ein Shop, der bei einer abgebrochenen Bestellung nicht drückt, sondern hilft. Eine kurze Erinnerung mit dem Hinweis auf gespeicherte Warenkörbe und einen direkten Support Kontakt löst viele Blockaden. Entscheidend ist der Ton. Der Fokus liegt auf Unterstützung, nicht auf Druck.

Warum entscheidet Onboarding über den langfristigen Erfolg?

Nach dem Kauf beginnt die Phase, in der Erwartungen Realität werden. Im digitalen Kontext bedeutet Onboarding, dass die Person schnell zu einem ersten Erfolg geführt wird. Ein gutes Beispiel ist ein Setup, das in wenigen Schritten zum Aha Moment führt, etwa durch geführte Touren und klare Defaults.

Im physischen Kontext ist Onboarding oft Verpackung, Anleitung und Servicezugang. Positive Journeys liefern eine verständliche Anleitung, einfache Registrierung und gut sichtbare Hilfeoptionen. Wer Rückfragen proaktiv antizipiert, senkt Supportaufwand und erhöht Zufriedenheit.

Messbarkeit und Datenbasis ohne Blindflug

Eine Costumer Journey wirkt nur, wenn sie messbar wird. Dabei geht es nicht um eine einzelne Kennzahl, sondern um eine Kombination aus Verhaltensdaten und Feedback. Conversion Rate, Wiederkauf, Churn oder Kontaktgründe im Service zeigen, was passiert. Befragungen und qualitative Interviews erklären, warum es passiert.

Wichtig ist die Verbindung über Kanäle hinweg. Viele Brüche entstehen, weil Web Analyse, CRM und Service Systeme getrennt arbeiten. Wenn Sie Journeys verbessern wollen, braucht es saubere Identifikation, klare Datendefinitionen und ein gemeinsames Verständnis von Ereignissen, etwa was als Lead gilt oder wann Onboarding als abgeschlossen zählt.

Welche Kennzahlen sind in der Praxis besonders aussagekräftig?

Für frühe Phasen eignen sich Kennzahlen zur Informationsqualität, etwa Suchanfragen im Hilfe Bereich, Scrolltiefe oder Klickpfade zu Preisdetails. Für späte Phasen sind Supportkontakte, Rückgabequoten, Aktivierungsraten und Wiederkaufsraten relevant. Auch Zeit bis zum ersten Erfolg ist oft entscheidend, vor allem bei Software und Abos.

Wichtig ist, Kennzahlen pro Phase zuzuordnen. Wer nur auf Gesamtumsatz schaut, erkennt viele Reibungen zu spät. Eine phasenbasierte Sicht macht sichtbar, ob Probleme im Einstieg, im Kauf oder in der Nutzung liegen.

Positive Beispiele aus typischen Branchen

Branchen unterscheiden sich, aber gute Muster wiederholen sich. Transparenz, Konsistenz und schnelle Hilfe sind fast immer Erfolgsfaktoren. Die Beispiele zeigen, wie sich das konkret anfühlt, ohne auf einzelne Marken fixiert zu sein.

Wie gelingt eine überzeugende Journey im E-Commerce?

Ein positives Muster ist eine Produktseite, die Fragen antizipiert. Dazu zählen klare Lieferfenster, echte Größenhilfen, verständliche Rückgaberegeln und Vergleichsmöglichkeiten. Nach dem Kauf folgt eine Statuskommunikation, die nicht nur informiert, sondern steuert, etwa mit Zustelloptionen und einfachen Änderungen.

Sehr wirksam sind auch After Sales Inhalte. Pflegehinweise, Nutzungstipps oder passende Ergänzungen erhöhen Zufriedenheit und senken Retouren. Der Ton bleibt dabei beratend, nicht aggressiv.

Was zeichnet eine gute Journey im B2B aus?

Im B2B Umfeld sind mehrere Personen beteiligt. Eine starke Costumer Journey liefert daher Inhalte für unterschiedliche Rollen, etwa Fachabteilung, Einkauf und IT. Positiv wirken klare Sicherheitsinformationen, nachvollziehbare Preislogik und gut dokumentierte Implementierungsschritte.

Ein weiteres Muster ist ein strukturierter Proof of Concept. Wenn Ziele, Erfolgskriterien und Zeitplan von Beginn an klar sind, steigt die Abschlusswahrscheinlichkeit. Wichtig ist auch ein Übergang vom Vertrieb in die Umsetzung ohne Informationsverlust.

Wie sieht eine starke Journey im Servicebereich aus?

Service Journeys gewinnen, wenn sie Probleme schnell lösen und Kontrolle geben. Ein positives Beispiel ist ein Self Service Portal, das verständliche Diagnosen ermöglicht und bei Bedarf nahtlos an Menschen übergibt. Die Person muss ihr Anliegen nicht wiederholen, weil die Historie mitwandert.

Ebenfalls stark ist eine transparente Reklamationsabwicklung. Klare Schritte, realistische Zeiten und proaktive Updates senken Stress. In vielen Fällen wirkt schon die Gewissheit, dass der Prozess läuft.

Die größten Fallen und Fehler in der Costumer Journey

Viele Journeys scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an typischen Denkfehlern. Häufig wird zu schnell visualisiert und zu wenig validiert. Dann entsteht eine Idealwelt, die mit der Realität wenig zu tun hat. Oder die Journey wird so groß, dass niemand sie pflegt.

Die folgenden Fallen treten besonders oft auf. Sie sind deshalb wertvoll, weil sie konkrete Gegenmaßnahmen ermöglichen.

Warum ist Abteilungsdenken der häufigste Journey Killer?

Wenn Marketing, Vertrieb und Service getrennt optimieren, entstehen Brüche. Die Person erlebt eine Marke, nicht drei Abteilungen. Typisch ist ein Versprechen im Marketing, das der Service später relativieren muss. Das wirkt wie Wortbruch, auch wenn intern niemand etwas falsch machen wollte.

Abhilfe schafft eine gemeinsame Journey Ownership. Das kann ein cross funktionales Team sein, das pro Journey ein Zielbild, Kennzahlen und Maßnahmen verantwortet. Wichtig ist, dass Entscheidungen über Abteilungsgrenzen hinweg getroffen werden können.

Welche Fehler entstehen durch falsche Annahmen über Kunden?

Teams überschätzen oft das Vorwissen. Dann werden Fachbegriffe genutzt, Kostenlogiken nicht erklärt oder Schritte vorausgesetzt. In der Journey zeigt sich das als Unsicherheit, Abbruch oder viele Supportkontakte. Besonders riskant ist das bei neuen Produkten oder bei Zielgruppenwechseln.

Gegenmittel sind Tests mit echten Personen und echte Gesprächsmitschnitte im Service. Wenn Sie regelmäßig zuhören, erkennen Sie Missverständnisse früh. Danach lassen sich Inhalte und Prozesse gezielt vereinfachen.

Warum schadet Perfektionismus mehr als er hilft?

Eine Journey muss nicht alles abbilden. Sie muss die wichtigsten Wege sichtbar machen. Wer versucht, jeden Sonderfall einzubauen, endet mit einem unlesbaren Diagramm. Dann verliert das Werkzeug seinen Wert.

Praktisch hilft eine klare Auswahl. Starten Sie mit einem zentralen Ziel, etwa Erstkauf oder Reklamation. Ergänzen Sie Sonderfälle erst, wenn der Hauptweg stabil verstanden und verbessert ist.

So setzen Sie Journey Verbesserungen wirksam um

Erkenntnisse sind nur der Anfang. Entscheidend ist die Umsetzung in Prioritäten und messbaren Experimenten. Dazu braucht es einen klaren Prozess, der Analyse, Maßnahmen und Kontrolle verbindet. In vielen Organisationen ist genau dieser Schritt die eigentliche Hürde.

Bewährt hat sich ein Zyklus aus Beobachten, Hypothesen bilden, testen und skalieren. Dabei sollten Sie kleine Änderungen bevorzugen, die schnell messbar sind. Große Umbauten folgen später, wenn der Nutzen klar ist.

Wie priorisieren Sie Verbesserungen ohne Aktionismus?

Eine einfache Methode ist die Kombination aus Kundennutzen und Umsetzungsaufwand. Reibungen, die viele Personen betreffen und zu Abbruch oder hohem Support führen, verdienen Vorrang. Ebenso Punkte, die Vertrauen betreffen, etwa versteckte Kosten oder unklare Vertragsbedingungen.

Gute Teams ergänzen das um Risiko und Abhängigkeiten. Manche Änderungen sind klein, aber riskant, etwa Preislogik. Andere sind groß, aber unverzichtbar, etwa Systemintegration für konsistente Kommunikation.

Kernfakten im Überblick

AspektWesentliches
DefinitionDie Costumer Journey verbindet alle Interaktionen zu einer end to end Sicht auf ein konkretes Ziel.
BestandteilePerson, Ziel, Schritte, Kanäle, Erwartungen, Emotionen und messbare Signale pro Phase.
NutzenReibungen werden sichtbar, Teams erhalten einen gemeinsamen Fokus, Erlebnisse werden konsistent.
Häufige FehlerAbteilungsdenken, Idealbilder statt Validierung, zu komplexe Maps ohne Pflege und Ownership.
UmsetzungVerbesserungen als Prioritäten und Tests organisieren, phasenbezogen messen, wirksame Änderungen skalieren.

Fazit

Eine Costumer Journey ist mehr als ein Marketingbegriff. Sie ist ein praktisches Denkmodell, das zeigt, wie Menschen ein Ziel mit einer Marke erreichen. Wer Journeys konsequent aus Kundensicht beschreibt, erkennt Brüche, die in Organigrammen unsichtbar bleiben. Positive Beispiele haben fast immer dieselben Merkmale. Sie setzen Erwartungen klar, helfen schnell, bleiben konsistent und reduzieren unnötige Schritte.

Der größte Hebel liegt selten im spektakulären Einzelkontakt. Er liegt in der Summe kleiner Verbesserungen entlang des gesamten Weges. Wenn Sie Journeys messen, priorisieren und iterativ optimieren, entsteht ein Vorteil, der schwer kopierbar ist. Denn er basiert auf Verständnis und Umsetzung, nicht auf kurzfristigen Kampagnen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Costumer Journey“

Wann lohnt sich Journey Mapping auch für kleine Unternehmen ohne eigenes Analytics Team?

Auch ohne große Dateninfrastruktur lässt sich eine Costumer Journey sinnvoll erfassen, wenn Sie den Fokus eng setzen. Wählen Sie einen zentralen Prozess, etwa Erstkauf oder Terminvereinbarung, und sammeln Sie Beobachtungen aus wenigen Quellen. Dazu zählen Kundenmails, Chatverläufe, Reklamationsgründe und kurze Interviews. Schon zehn Gespräche können Muster sichtbar machen, wenn Sie strukturiert nachfragen. Entscheidend ist, dass Sie daraus konkrete Änderungen ableiten, etwa klarere Texte, weniger Schritte oder bessere Statusinfos, und deren Wirkung anhand einfacher Signale prüfen, zum Beispiel weniger Rückfragen oder höhere Abschlussquote.

Wie unterscheiden sich Journey Map, Service Blueprint und Sales Funnel in der Praxis?

Die drei Konzepte beantworten unterschiedliche Fragen. Eine Journey Map beschreibt den Weg aus Sicht der Person, inklusive Erwartungen und Erleben. Ein Service Blueprint ergänzt die interne Perspektive und zeigt, welche Prozesse, Systeme und Rollen hinter dem Erlebnis stehen. Das ist besonders hilfreich, wenn Übergaben zwischen Teams problematisch sind. Ein Sales Funnel fokussiert meist auf Umwandlung und Stufen der Kaufbereitschaft. Er ist nützlich für Steuerung, aber er blendet häufig Nutzung und Service aus. In der Praxis ergänzen sich die Modelle, wenn Sie klar trennen, welches Problem Sie lösen wollen.

Welche Risiken entstehen, wenn Sie Personalisierung entlang der Journey falsch einsetzen?

Personalisierung kann helfen, wenn sie relevant und transparent ist. Falsch eingesetzt wirkt sie schnell übergriffig oder verwirrend. Ein Risiko ist das Gefühl von Überwachung, wenn Empfehlungen zu genau wirken oder wenn Datenherkunft unklar ist. Ein weiteres Risiko ist inkonsistente Ansprache, wenn Kanäle unterschiedliche Profile nutzen und dadurch widersprüchliche Angebote entstehen. Auch kann Personalisierung die Orientierung erschweren, wenn zu viele Varianten gezeigt werden. Sinnvoll ist ein defensiver Ansatz, der klare Mehrwerte bietet, etwa bessere Produktauswahl, und der gleichzeitig einfache Kontrolle ermöglicht, etwa Einstellungen und nachvollziehbare Gründe für Vorschläge.

Wie gehen Sie mit unterschiedlichen Journeys in verschiedenen Ländern oder Regionen um?

Journeys sind stark von Kontext geprägt. Zahlungsgewohnheiten, Liefererwartungen, rechtliche Vorgaben und Servicepräferenzen unterscheiden sich regional. Deshalb ist eine globale Costumer Journey oft nur ein Rahmen. In der Umsetzung sollten Sie lokale Varianten definieren, die zentrale Prinzipien teilen, aber an kritischen Punkten angepasst sind, etwa Widerruf, Rechnung, Zustelloptionen oder Supportkanäle. Sinnvoll ist ein Kernmodell mit globalen Mindeststandards und lokalen Ergänzungen. Wichtig ist zudem, dass Kennzahlen vergleichbar bleiben, damit Sie Verbesserungen sauber bewerten können.

Was ist ein realistischer Startpunkt, wenn interne Teams uneins über die Journey sind?

Unterschiedliche Sichtweisen sind normal, weil Teams unterschiedliche Ausschnitte sehen. Ein guter Startpunkt ist ein gemeinsamer Workshop, der nicht mit Lösungen beginnt, sondern mit Fakten aus Kundensignalen. Bringen Sie reale Beispiele mit, etwa typische Supportfälle, Abbruchstellen im Checkout oder häufige Fragen aus dem Vertrieb. Legen Sie dann gemeinsam eine Journey Version fest, die als Arbeitsannahme gilt, und definieren Sie offene Punkte, die Sie mit Recherche klären. So entsteht ein pragmatischer Konsens. Wichtig ist, dass die Journey danach in Maßnahmen übersetzt wird, sonst bleibt sie eine Diskussion ohne Wirkung.

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