Ein Future ist ein standardisierter Terminkontrakt. Käufer und Verkäufer vereinbaren heute den Handel eines Basiswerts zu festgelegten Bedingungen für einen späteren Termin.
Futures gehören zu den wichtigsten Instrumenten an den Terminmärkten. Unternehmen sichern damit Preise, Zinsen oder Währungen ab. Professionelle Marktteilnehmer nutzen sie außerdem für Spekulation und Arbitrage. Entscheidend ist die Verpflichtung beider Vertragsseiten. Anders als bei einer Option besitzt der Käufer kein Wahlrecht.
Ein Future kann sich auf Aktienindizes, Anleihen, Rohstoffe, Währungen oder andere Basiswerte beziehen. Gehandelt wird nicht zwingend der Basiswert selbst. Der Kontrakt bildet vielmehr dessen Preisentwicklung nach bestimmten Regeln ab. Eine Einführung in die übergeordnete Produktgruppe finden Sie im Wirtschaftscheck Beitrag Was ist ein Derivat?.
Was ist ein Future?

Ein Future ist ein verbindliches Termingeschäft. Seine Bedingungen sind weitgehend standardisiert. Dazu gehören Basiswert, Kontraktgröße, Fälligkeit und Art der Abrechnung. Diese Standardisierung erleichtert den Handel an einer Futures Börse und unterscheidet Futures von individuell vereinbarten Termingeschäften.
Die Deutsche Börse beschreibt Futures als standardisierte Terminkontrakte. Käufer und Verkäufer verpflichten sich dabei zu einer späteren Leistung zu festgelegten Bedingungen. Der wirtschaftliche Kern besteht damit nicht nur in einer Erwartung über zukünftige Preise. Mit dem Vertrag entstehen konkrete Verpflichtungen.
| Merkmal | Bedeutung |
|---|---|
| Basiswert | Index, Rohstoff, Währung, Zinsinstrument oder anderer zugelassener Referenzwert |
| Kontraktgröße | Legt fest, welchen wirtschaftlichen Umfang ein Kontrakt besitzt |
| Future Preis | Marktpreis des Terminkontrakts für die jeweilige Fälligkeit |
| Fälligkeit | Zeitpunkt, zu dem der Kontrakt endet oder abgerechnet wird |
| Long Future | Position, die grundsätzlich von steigenden Future Preisen profitiert |
| Short Future | Position, die grundsätzlich von fallenden Future Preisen profitiert |
| Margin | Sicherheitsleistung für offene Positionen |
| Settlement | Abwicklung durch Barausgleich oder physische Lieferung |
Wie funktioniert ein Future Kontrakt?
Beim Abschluss eines Future Kontrakts treffen eine Long Position und eine Short Position aufeinander. Die Börse legt die wesentlichen Kontraktbedingungen fest. Marktteilnehmer handeln deshalb standardisierte Produkte. Sie müssen zentrale Vertragsmerkmale nicht für jede Transaktion neu verhandeln.
Die Position besitzt einen erheblich höheren Kontraktwert als die häufig erforderliche Sicherheitsleistung. Genau daraus entsteht die typische Hebelwirkung. Gewinne und Verluste orientieren sich am gesamten wirtschaftlichen Umfang des Kontrakts und nicht allein an der hinterlegten Margin.
Welche Bestandteile besitzt ein Future?
Der Basiswert bestimmt, worauf sich der Future bezieht. Das kann beispielsweise ein Aktienindex, ein Staatsanleiheinstrument, Rohöl oder eine Währung sein. Zusätzlich definiert die Börse eine Kontraktgröße. Sie legt fest, wie stark eine Preisänderung den Wert einer Position verändert.
Hinzu kommen der aktuelle Future Preis, die Laufzeit und der Verfallstag. Bei physisch erfüllten Kontrakten regeln die Spezifikationen außerdem Qualität, Lieferort und weitere Bedingungen. Bei finanziell abgerechneten Futures erfolgt dagegen ein Barausgleich. Prüfen Sie deshalb vor jedem Handel die konkreten Produktspezifikationen.
Was bedeuten Long Future und Short Future?
Mit einem Long Future nehmen Sie die Käuferseite des Kontrakts ein. Steigt der Future Preis nach Eröffnung der Position, entsteht grundsätzlich ein Gewinn. Fällt der Preis, entsteht ein Verlust. Die tatsächliche Höhe hängt von der Preisbewegung und der Kontraktgröße ab.
Ein Short Future funktioniert spiegelbildlich. Sinkt der Future Preis, profitiert die Short Position. Steigt er, entsteht ein Verlust. Futures erlauben damit eine direkte Positionierung auf steigende und fallende Märkte. Ein vorheriger Besitz des Basiswerts ist für eine Short Position nicht grundsätzlich erforderlich.
Long und Short sind keine Bewertungen des jeweiligen Marktes. Sie beschreiben zunächst nur die Richtung einer Position. Für ein Unternehmen kann ein Short Future beispielsweise eine Absicherung darstellen. Für einen Trader kann dieselbe Position eine Spekulation auf fallende Preise sein.
Wie funktioniert ein Future anhand eines Beispiels?
Der DAX Future zeigt die Mechanik besonders deutlich. Beim klassischen FDAX entspricht laut den aktuellen Eurex Kontraktspezifikationen ein Indexpunkt einem Kontraktwert von 25 Euro. Beim Mini DAX Future sind es 5 Euro. Beim Micro DAX Future beträgt der Wert 1 Euro je Indexpunkt.
Nehmen wir für ein reines Rechenbeispiel einen DAX Future bei 24.000 Punkten. Beim klassischen DAX Future ergibt sich daraus ein nominaler Kontraktwert von 600.000 Euro. Steigt der Kontrakt anschließend um 100 Punkte, verändert sich der Positionswert um 2.500 Euro. Eine Bewegung um 100 Punkte in die Gegenrichtung erzeugt entsprechend einen Verlust von 2.500 Euro.
Sie zahlen beim Eröffnen der Position jedoch nicht automatisch 600.000 Euro. Stattdessen wird eine Sicherheitsleistung verlangt. Dadurch kann bereits eine vergleichsweise kleine Marktbewegung erhebliche Auswirkungen auf das eingesetzte Kapital haben.
Was ist die Future Margin?
Die Future Margin ist eine Sicherheitsleistung. Sie ist keine klassische Anzahlung auf den Basiswert. Ihre Aufgabe besteht darin, mögliche Verpflichtungen aus offenen Positionen abzusichern. Die konkrete Höhe hängt unter anderem vom Produkt, dem Risiko, der Marktvolatilität und den Vorgaben des Clearing Systems ab.
Was bedeutet Initial Margin?
Die Initial Margin bezeichnet die erforderliche Sicherheit für die Eröffnung einer Position. Börse, Clearingstelle und Broker können dabei unterschiedliche Anforderungen stellen. Ein Broker kann zusätzliche Sicherheiten verlangen. Eine pauschale Marginquote für sämtliche Futures existiert deshalb nicht.
Was bedeutet Maintenance Margin?
Die Maintenance Margin beschreibt die Mindestdeckung, die während einer offenen Position erhalten bleiben muss. Verluste reduzieren das verfügbare Guthaben. Sinkt die Deckung unter bestimmte Anforderungen, muss der Anleger reagieren. Die konkrete Umsetzung richtet sich nach Handelsplatz, Clearingmodell und Brokerbedingungen.
Wann kommt es zu einem Margin Call?
Ein Margin Call fordert zusätzliche Sicherheiten. Alternativ kann eine Position reduziert oder geschlossen werden. Anleger sollten sich nicht darauf verlassen, dass sie unter allen Marktbedingungen rechtzeitig persönlich gewarnt werden. Schnelle Kursbewegungen können eine unmittelbare Risikoreduzierung erforderlich machen.
Für deutsche Kleinanleger ist außerdem die BaFin Regelung zu Futures relevant. Sie beschränkt seit 2023 den Vertrieb spekulativer Futures mit Nachschusspflicht an Kleinanleger mit Sitz in Deutschland. Ausnahmen bestehen unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere bei Absicherungsgeschäften.
Wie entsteht die Hebelwirkung bei Futures?

Die Hebelwirkung entsteht, weil für eine Position normalerweise nur ein Teil ihres wirtschaftlichen Kontraktwerts als Sicherheit hinterlegt wird. Gewinne und Verluste beziehen sich dennoch auf die Preisbewegung des gesamten Kontrakts.
Angenommen, ein Kontrakt besitzt einen nominalen Wert von 100.000 Euro. Für die Position werden 10.000 Euro an Sicherheiten gebunden. Eine Marktbewegung von einem Prozent verändert den Kontraktwert rechnerisch um 1.000 Euro. Bezogen auf die hinterlegte Sicherheit entspricht dies bereits zehn Prozent.
Diese Rechnung dient nur zur Erklärung des Mechanismus. Marginanforderungen können sich verändern. Der wirtschaftliche Hebel ist deshalb keine dauerhaft feststehende Größe. Steigende Volatilität kann höhere Sicherheitsanforderungen auslösen. Ein verantwortungsvolles Risikomanagement berücksichtigt deshalb den gesamten Kontraktwert.
Wie werden Gewinne und Verluste verrechnet?
Offene Futures werden über das Clearing laufend bewertet. Preisänderungen führen zu entsprechenden Gewinnen oder Verlusten. Dieses Prinzip wird als Marking to Market bezeichnet. Dadurch werden Wertveränderungen nicht erst am endgültigen Verfallstag berücksichtigt.
Das Clearing reduziert außerdem das klassische bilaterale Gegenparteirisiko. Eine Clearingstelle tritt zwischen die Marktteilnehmer und organisiert die Erfüllung der Geschäfte. Die US Aufsichtsbehörde CFTC erläutert die Funktionsweise von Futures Märkten einschließlich Clearing, Margin und täglicher Bewertung ausführlich.
Was bedeuten physische Lieferung und Barausgleich?
Beim Barausgleich erfolgt die Abrechnung finanziell. Ein Index Future eignet sich dafür besonders, weil ein Aktienindex selbst kein physisch lieferbarer Gegenstand ist. Der DAX Future wird beispielsweise bar abgerechnet.
Andere Futures können eine physische Lieferung vorsehen. Das spielt vor allem bei Rohstoffen eine Rolle. Wer einen solchen Kontrakt bis in die relevante Lieferphase hält, muss die Bedingungen genau kennen. Viele Marktteilnehmer schließen oder rollen ihre Position deshalb vor der Fälligkeit.
Welche Arten von Futures gibt es?
Die Futures Märkte decken sehr unterschiedliche Basiswerte ab. Gemeinsam bleibt die standardisierte Vertragsstruktur. Unterschiede bestehen bei Kontraktgröße, Preisnotation, Laufzeiten und Settlement.

- Index Futures beziehen sich auf Aktienindizes. Ein bekanntes Beispiel ist der DAX Future.
- Zins Futures beziehen sich auf Zinsinstrumente oder Anleihen. Zu den bekannten europäischen Produkten zählt der Bund Future.
- Rohstoff Futures bilden beispielsweise Öl, Gas, Gold, Kupfer oder Agrarrohstoffe ab.
- Währungs Futures ermöglichen standardisierte Positionen auf Wechselkurse verschiedener Währungen.
Ein Commodity Future kann für Produzenten und Abnehmer eine wirtschaftliche Absicherung ermöglichen. Ein Index Future dient dagegen häufig zur Steuerung eines Aktienmarktrisikos. Anleger sollten deshalb nicht nur den Basiswert betrachten. Die konkrete Kontraktspezifikation entscheidet über das tatsächliche Risiko.
Wozu werden Futures eingesetzt?
Futures erfüllen an Finanzmärkten mehrere Funktionen. Die wichtigsten Anwendungen sind Hedging, Spekulation und Arbitrage. Dasselbe Instrument kann dabei abhängig vom wirtschaftlichen Hintergrund völlig unterschiedliche Zwecke erfüllen.
Wie funktioniert Hedging mit Futures?
Beim Hedging soll eine bestehende wirtschaftliche Position gegen Preisänderungen abgesichert werden. Ein Rohstoffproduzent kann beispielsweise einen Verkaufspreis absichern. Ein Unternehmen kann über passende Instrumente bestimmte Währungsrisiken begrenzen. Die Future Position bildet dabei ein Gegengewicht zum bestehenden Risiko.
Hedging beseitigt jedoch nicht automatisch jedes Risiko. Laufzeiten, Mengen und Basiswerte müssen möglichst gut zur abzusichernden Position passen. Abweichungen können ein Basisrisiko erzeugen. Grundlegende Methoden zur Unternehmensabsicherung behandelt Wirtschaftscheck auch im Beitrag Finanzielle Risiken minimieren.
Wie werden Futures für Spekulation und Arbitrage genutzt?
Spekulanten versuchen, von erwarteten Kursbewegungen zu profitieren. Sie benötigen dafür keine entsprechende physische Position. Durch die Margin können bereits begrenzte Kursveränderungen starke Auswirkungen auf das Handelskonto entwickeln.
Arbitrage verfolgt ein anderes Ziel. Marktteilnehmer suchen Preisunterschiede zwischen eng verwandten Märkten oder Instrumenten. Gleichzeitig ausgeführte Geschäfte können solche Abweichungen ausnutzen. In der Praxis spielen Transaktionskosten, Ausführungsgeschwindigkeit und Finanzierung eine entscheidende Rolle. Futures begegnen Anlegern außerdem im professionellen Trading Umfeld. Wirtschaftscheck erklärt diesen Bereich ausführlicher im Beitrag Was ist Prop Trading?.
Was bedeuten Contango und Backwardation?
Contango und Backwardation beschreiben die Struktur von Terminpreisen. Im Contango liegen länger laufende Terminpreise typischerweise über näheren Preisen beziehungsweise dem relevanten Kassapreis. Bei Backwardation ist die Struktur umgekehrt.
Bei physisch lieferbaren Rohstoffen können unter anderem Lagerung, Finanzierung und Verfügbarkeit eine Rolle spielen. Der Future Preis ist deshalb nicht einfach eine Prognose des späteren Kassapreises. Er spiegelt verschiedene ökonomische Faktoren und die jeweilige Marktsituation wider.
Die CME Group erklärt Contango und Backwardation anhand der Forwardkurve. Mit näher rückender Fälligkeit müssen Future Preis und Kassamarkt eng zusammenlaufen. Andernfalls können Preisunterschiede Arbitragemöglichkeiten eröffnen.
Future und Forward im Vergleich
Future und Forward sind beides Termingeschäfte. Der wesentliche Unterschied liegt in ihrer Organisation. Ein Future wird standardisiert an einer Börse gehandelt und zentral gecleart. Ein Forward wird dagegen typischerweise individuell zwischen Vertragsparteien vereinbart.
| Merkmal | Future | Forward |
|---|---|---|
| Handel | Börslich | Typischerweise außerbörslich |
| Standardisierung | Hoch | Individuell vereinbar |
| Clearing | Üblicherweise zentral | Abhängig von der Vertragsstruktur |
| Flexibilität | Durch Spezifikationen begrenzt | Hohe individuelle Anpassbarkeit |
| Liquidität | Bei etablierten Kontrakten häufig hoch | Abhängig von Vertrag und Gegenpartei |
Für standardisierte Marktpositionen kann ein Future effizient sein. Unternehmen nutzen Forwards dagegen häufig, wenn Betrag und Laufzeit exakt auf ein individuelles Geschäft zugeschnitten werden sollen.
Future und Option im Vergleich
Der zentrale Unterschied betrifft die Verpflichtung. Bei einem Future sind beide Seiten an den Vertrag gebunden. Eine Option verschafft ihrem Käufer dagegen grundsätzlich ein Recht. Der Käufer entscheidet abhängig vom Optionstyp und den Vertragsbedingungen über die Ausübung.
| Merkmal | Future | Option |
|---|---|---|
| Charakter | Beidseitige Verpflichtung | Käufer erhält ein Recht |
| Käuferseite | Long Position ist verpflichtet | Optionskäufer muss sein Recht nicht ausüben |
| Preisstruktur | Future Preis und laufende Wertveränderung | Optionsprämie und weitere Preisfaktoren |
| Risikoprofil | Grundsätzlich linear | Abhängig von Call, Put und Position nicht linear |
Ein Future und eine Option können deshalb trotz identischem Basiswert völlig unterschiedliche Gewinn und Verlustprofile besitzen. Ein direkter Vergleich sollte immer die konkrete Position berücksichtigen.
Welche Risiken haben Futures?

Futures Risiken entstehen vor allem durch Hebelwirkung, schnelle Marktbewegungen und die Größe standardisierter Kontrakte. Ein kleiner Fehler bei der Positionsgröße kann erhebliche finanzielle Folgen haben. Hinzu kommen Liquiditätsrisiken und Risiken rund um den Verfall.
Besonders wichtig ist der Kontraktwert. Die hinterlegte Margin darf nicht mit dem maximalen wirtschaftlichen Risiko verwechselt werden. Verluste werden von der Marktbewegung des gesamten Future Kontrakts bestimmt. Eine Position kann deshalb einen erheblichen Teil des verfügbaren Handelskapitals verlieren.
Wer Futures handeln möchte, sollte vor jeder Order Kontraktgröße, Tickwert, Margin, Fälligkeit und Settlement kennen. Zusätzlich braucht jede Position eine vorher definierte Verlustgrenze. Futures sind keine gewöhnlichen langfristigen Sparprodukte. Für langfristigen Vermögensaufbau funktionieren beispielsweise breit gestreute Fonds strukturell anders. Grundlagen dazu finden Sie im Wirtschaftscheck Ratgeber zum Geldanlegen mit ETFs.
Kann der Verlust den ursprünglichen Kapitaleinsatz übersteigen?
Grundsätzlich können Verluste eines Futures die ursprünglich hinterlegte Initial Margin übersteigen. Die Margin bildet nur eine Sicherheitsleistung. Sie stellt keine allgemeine Verlustobergrenze des Kontrakts dar.
Für Kleinanleger mit Sitz in Deutschland besteht jedoch eine wichtige regulatorische Besonderheit. Bei spekulativen Futures beschränkt die BaFin den Vertrieb, wenn eine Nachschusspflicht nicht vertraglich ausgeschlossen wird. Anbieter können Futures an diese Kunden weiterhin anbieten, wenn die entsprechenden Schutzbedingungen erfüllt sind. Für bestimmte Hedginggeschäfte gelten Ausnahmen. Prüfen Sie deshalb immer die konkreten Vertragsbedingungen Ihres Brokers und die für Sie geltenden regulatorischen Regeln.
Fazit: Futures sind effiziente Instrumente mit erheblichem Risiko
Ein Future ist ein standardisierter Terminkontrakt mit verbindlichen Pflichten für Käufer und Verkäufer. Basiswert, Kontraktgröße, Fälligkeit und Settlement werden durch die jeweiligen Kontraktspezifikationen festgelegt. Über Long und Short lassen sich steigende und fallende Märkte abbilden.
Ihre wirtschaftliche Bedeutung reicht weit über kurzfristige Spekulation hinaus. Futures ermöglichen Unternehmen und institutionellen Anlegern eine effiziente Absicherung von Preisrisiken. Gleichzeitig macht die Margin große Positionen mit vergleichsweise wenig gebundenem Kapital möglich. Genau diese Hebelwirkung erhöht das Verlustrisiko.
Wer Futures handeln möchte, sollte deshalb nicht bei der Kursmeinung beginnen. Zuerst müssen Kontraktwert, Marginmechanik, Tickwert, Fälligkeit und Abrechnung verstanden werden. Erst danach lässt sich beurteilen, welches finanzielle Risiko eine Position tatsächlich erzeugt.
Häufige Fragen zu Futures
Was bedeutet es, einen Future zu rollen?
Beim Rollen wird eine bestehende Position in einem bald fälligen Future geschlossen und eine Position in einem später fälligen Kontrakt eröffnet. Marktteilnehmer nutzen dieses Vorgehen, wenn sie ihre Marktexposition über den aktuellen Verfall hinaus aufrechterhalten möchten. Es handelt sich wirtschaftlich um zwei Transaktionen. Der alte Kontrakt wird beendet und der neue eröffnet.
Die beiden Futures müssen nicht denselben Preis besitzen. Deshalb kann beim Rollen eine Preisdifferenz entstehen. Gerade an Rohstoffmärkten beeinflusst die Struktur der Terminkurve diese Differenz. Zusätzlich fallen gegebenenfalls Handelskosten und Spreads an. Anleger sollten daher nicht davon ausgehen, dass das Rollen einer Position wirtschaftlich vollkommen neutral ist.
Welche Bedeutung hat Open Interest bei Futures?
Das Open Interest zeigt die Zahl noch offener Kontrakte in einem Futures Markt. Es unterscheidet sich vom Handelsvolumen. Das Volumen erfasst die Zahl der während eines bestimmten Zeitraums gehandelten Kontrakte. Open Interest betrachtet dagegen Positionen, die noch nicht durch ein Gegengeschäft oder Settlement beendet wurden.
Die Kennzahl kann Hinweise auf die Aktivität eines bestimmten Kontrakts liefern. Sie ist jedoch kein eigenständiges Kauf oder Verkaufssignal. Ein hohes Open Interest bedeutet nicht automatisch, dass ein Markt steigen oder fallen wird. Für die praktische Kontraktauswahl sind zusätzlich Handelsvolumen, Geld Brief Spanne und die jeweilige Fälligkeit relevant.
Warum kann die Margin meines Brokers von der Börsenmargin abweichen?
Börse und Clearingstelle bestimmen zentrale Risikoparameter eines Future Kontrakts. Ihr Broker kann für Kunden jedoch zusätzliche Sicherheiten verlangen. Dadurch kann der tatsächlich erforderliche Betrag über einer veröffentlichten Mindestanforderung liegen. Auch unterschiedliche Kontomodelle und Risikoregeln können die verfügbare Handelskapazität verändern.
Marginanforderungen sind außerdem nicht dauerhaft unveränderlich. Steigende Volatilität und veränderte Risikobedingungen können zu Anpassungen führen. Planen Sie eine Futures Position deshalb nicht mit der Annahme, dass die beim Einstieg verlangte Sicherheitsleistung während der gesamten Haltedauer unverändert bleibt. Ein zusätzlicher Liquiditätspuffer reduziert das Risiko einer ungeplanten Positionsschließung.
Sind Perpetual Futures dasselbe wie klassische börsengehandelte Futures?
Nicht zwingend. Der Begriff Perpetual Future wird für Produkte ohne klassischen Verfallstermin verwendet. Solche Konstruktionen sind besonders aus dem Kryptohandel bekannt. Ihre Funktionsweise kann sich erheblich von klassischen Futures an regulierten Terminbörsen unterscheiden. Häufig werden laufende Ausgleichszahlungen verwendet, um den Preis des Produkts an einen Referenzmarkt anzunähern.
Auch die rechtliche Einordnung kann abweichen. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat 2026 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bestimmte als Perpetual Futures oder Perpetual Contracts vermarktete Produkte aufgrund ihrer Eigenschaften unter bestehende Regeln für CFDs fallen können. Entscheidend ist deshalb die konkrete Vertragsstruktur und nicht allein die Produktbezeichnung.
Welche Kosten sollten Sie beim Futures Handel zusätzlich berücksichtigen?
Neben Gewinnen und Verlusten aus Kursbewegungen entstehen beim Futures handeln verschiedene Kosten. Dazu können Brokergebühren, Börsengebühren, Clearingkosten und Kosten durch die Geld Brief Spanne gehören. Je nach Anbieter kommen Gebühren für Marktdaten oder bestimmte Handelsplattformen hinzu. Bei häufigem Handel gewinnen auch geringe Kosten pro Kontrakt an Bedeutung.
Bei länger gehaltenen Positionen muss zusätzlich der Wechsel zwischen verschiedenen Fälligkeiten berücksichtigt werden. Die Preisunterschiede zwischen den Kontrakten können die wirtschaftliche Entwicklung einer fortlaufenden Strategie beeinflussen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die nominelle Handelsgebühr. Entscheidend sind die gesamten Kosten einer Strategie einschließlich Ausführung, Spreads und notwendiger Rolltransaktionen.















