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Was ist ein Future? Terminkontrakte einfach erklärt

Was ist ein Future?

Ein Future ist ein standardisierter Terminkontrakt. Käufer und Verkäufer verpflichten sich, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis und Termin abzurechnen. Die Margin sichert mögliche Verluste ab.

Grundlagen

Futures gehören zu den wichtigsten Instrumenten an den internationalen Terminmärkten. Unternehmen sichern damit Rohstoffpreise, Zinsen oder Wechselkurse ab. Professionelle Investoren steuern Markt- und Portfoliorisiken. Händler können zugleich auf steigende oder fallende Kurse setzen. Die wirtschaftliche Funktion reicht damit weit über kurzfristige Spekulation hinaus.

Der Terminkontrakt ist ein Derivat, weil sein Wert von einem anderen Vermögenswert oder Referenzwert abhängt. Eine grundlegende Einordnung finden Sie im Beitrag Was ist ein Derivat?. Auch die Deutsche Börse erklärt Futures als standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte. Der Vertrag legt bereits beim Abschluss fest, welcher Basiswert, welche Menge und welcher Abrechnungstermin gelten.

Die Standardisierung erleichtert den Handel. Sie erhöht die Vergleichbarkeit und ermöglicht eine zentrale Abwicklung über ein Clearinghaus. Trotzdem bleiben Futures komplex. Schon geringe Kursbewegungen können wegen der Hebelwirkung erhebliche Gewinne oder Verluste auslösen.

Was ist ein Future?

Der standardisierte Vertrag ist ein verbindliches Termingeschäft zwischen zwei Vertragsparteien. Die Long-Seite verpflichtet sich, den vereinbarten Basiswert zum festgelegten Termin abzunehmen oder finanziell abzurechnen. Die Short-Seite verpflichtet sich zur Lieferung oder zur entsprechenden Zahlung. Beide Seiten tragen damit eine echte Vertragspflicht.

Die Future Bedeutung liegt vor allem in der planbaren Festlegung eines späteren Preises. Ein Landwirt kann beispielsweise einen künftigen Verkaufspreis absichern. Ein Lebensmittelproduzent kann Einkaufskosten kalkulierbarer machen. Ein Fondsmanager kann das Marktrisiko eines Aktienportfolios vorübergehend reduzieren.

Warum gilt ein Future als unbedingtes Termingeschäft?

Bei einem unbedingten Termingeschäft müssen beide Parteien den Vertrag erfüllen. Das unterscheidet Futures von Optionen. Der Käufer einer Option besitzt ein Recht, aber keine Pflicht zur Ausübung. Bei diesem Vertrag bestehen die Pflichten auf beiden Seiten. Eine Position lässt sich jedoch vor der Fälligkeit durch ein Gegengeschäft schließen.

Wer einen Long Future gekauft hat, verkauft dafür denselben Kontrakt mit identischer Fälligkeit. Eine Short-Position wird durch einen entsprechenden Kauf glattgestellt. In der Praxis werden viele Positionen auf diese Weise beendet, bevor eine Lieferung oder Schlussabrechnung erfolgt.

Wie funktioniert ein Future-Kontrakt?

Ein Future-Kontrakt wird an einer Terminbörse nach festen Regeln gehandelt. Die Börse definiert die Vertragsbedingungen. Marktteilnehmer handeln deshalb nicht jedes Detail individuell aus. Sie entscheiden vor allem über Kauf oder Verkauf, Anzahl der Kontrakte und gewünschten Preis.

Nach dem Geschäftsabschluss tritt das Clearinghaus zwischen Käufer und Verkäufer. Es wird wirtschaftlich zum zentralen Vertragspartner beider Seiten. Dieser Mechanismus reduziert das unmittelbare Gegenparteirisiko. Er beseitigt jedoch nicht das Marktrisiko der Position.

Welche Bestandteile besitzt ein Future?

Jeder Kontrakt enthält mehrere festgelegte Merkmale. Sie bestimmen, wie stark sich eine Preisbewegung finanziell auswirkt und wie die Abrechnung erfolgt.

BestandteilBedeutung
BasiswertAktie, Index, Anleihe, Zinssatz, Währung, Energieprodukt, Metall oder Agrarrohstoff
KontraktgrößeFestgelegte Menge des Basiswerts oder Geldwert je Kurs- beziehungsweise Indexpunkt
PreisAktueller Börsenkurs des Kontrakts für die jeweilige Fälligkeit
LaufzeitZeitraum bis zum letzten Handelstag und zur Abrechnung
SettlementBarausgleich oder physische Lieferung nach den Kontraktregeln

Der Kontraktwert ergibt sich aus Preis und Kontraktgröße. Bei Index-Futures wird der Indexstand mit dem festgelegten Geldwert je Punkt multipliziert. Der tatsächliche Kapitaleinsatz entspricht meist nicht diesem Gesamtwert. Stattdessen verlangt die Börse eine Sicherheitsleistung.

Was bedeuten Long Future und Short Future?

Eine Long-Position profitiert grundsätzlich von steigenden Terminkursen. Sie verliert bei fallenden Kursen. Eine Short-Position profitiert von sinkenden Kursen und verliert bei steigenden Kursen. Beide Seiten besitzen ein spiegelbildliches Gewinn- und Verlustprofil.

Ein Long Future eignet sich etwa für einen Betrieb, der einen Rohstoff später benötigt und steigende Einkaufspreise fürchtet. Steigt der Marktpreis, kann der Gewinn aus dem Kontrakt höhere Beschaffungskosten teilweise ausgleichen. Ein Short Future kann dagegen einen Produzenten schützen, der fallende Verkaufspreise erwartet.

Bei spekulativen Positionen fehlt das ausgleichende Grundgeschäft. Dann steht der Gewinn oder Verlust des Kontrakts allein. Deshalb muss die Positionsgröße zum verfügbaren Risikokapital passen. Eine kleine Margin darf nicht mit einem kleinen wirtschaftlichen Engagement verwechselt werden.

Wie funktioniert ein Future anhand eines Beispiels?

Der klassische DAX-Kontrakt besitzt an der Eurex einen Wert von 25 Euro je Indexpunkt. Daneben existieren Mini- und Micro-Kontrakte mit kleineren Punktwerten. Die aktuellen Merkmale veröffentlicht die Eurex in den DAX-Future-Spezifikationen.

Angenommen, ein Händler kauft den DAX-Kontrakt bei einem Indexstand von 20.000 Punkten. Der rechnerische Kontraktwert beträgt dann 500.000 Euro. Steigt der Kurs auf 20.120 Punkte, entsteht ein Gewinn von 3.000 Euro. Die Rechnung lautet 120 Punkte multipliziert mit 25 Euro.

Fällt der Kurs stattdessen auf 19.880 Punkte, entsteht ein Verlust von 3.000 Euro. Für diese Wirkung ist nicht entscheidend, wie hoch die hinterlegte Margin war. Die Gewinn- und Verlustrechnung bezieht sich auf die vollständige Kontraktgröße. Gebühren, Spreads und mögliche Finanzierungseffekte sind in diesem vereinfachten Beispiel nicht enthalten.

Bei einem Micro-DAX-Future beträgt der Punktwert einen Euro. Dieselbe Bewegung von 120 Punkten würde deshalb 120 Euro Gewinn oder Verlust bewirken. Der kleinere Kontrakt reduziert das absolute Risiko. Er macht den Handel jedoch nicht automatisch risikoarm.

Was ist die Future Margin?

Die Margin ist eine Sicherheitsleistung. Sie ist keine Anzahlung auf den Basiswert und kein Kaufpreis. Das Clearinghaus und der Broker nutzen sie, um mögliche Verpflichtungen aus offenen Positionen abzusichern. Die Höhe hängt unter anderem von Volatilität, Kontrakt, Positionen und Risikomodell ab.

Die Eurex beschreibt ihren Margining-Prozess als laufende Messung und Besicherung offener Risiken. Broker können von ihren Kunden höhere Sicherheiten verlangen als das Clearinghaus von seinen Mitgliedern.

Was ist die Initial Margin?

Die Initial Margin muss beim Öffnen einer Position verfügbar sein. Sie soll mögliche Verluste während eines definierten Risikohorizonts abdecken. Da Märkte und Volatilität schwanken, ist die erforderliche Summe nicht dauerhaft fest. Sie kann auch bei unveränderter Position steigen.

Was ist die Maintenance Margin?

Die Maintenance Margin bezeichnet die Mindestsicherheit, die auf dem Konto erhalten bleiben muss. Der Begriff ist besonders im Brokerumfeld verbreitet. Sinkt das verfügbare Eigenkapital unter diese Schwelle, verlangt der Anbieter zusätzliche Mittel oder reduziert die Position.

Was geschieht bei einem Margin Call?

Ein Margin Call fordert den Kontoinhaber auf, die Sicherheitsleistung wieder aufzufüllen. Erfolgt der Ausgleich nicht rechtzeitig, kann der Broker Positionen zwangsweise schließen. In schnellen Märkten kann die Liquidation zu einem schlechteren Kurs erfolgen als erwartet.

Wie entsteht die Hebelwirkung bei Futures?

Die Hebelwirkung entsteht, weil nur ein Teil des Kontraktwerts als Margin hinterlegt wird. Trotzdem wirkt jede Kursbewegung auf den gesamten Kontrakt. Das Verhältnis von Kontraktwert zu gebundenem Kapital zeigt den rechnerischen Hebel.

Hat ein Kontrakt einen Wert von 100.000 Euro und bindet 10.000 Euro Margin, beträgt der vereinfachte Hebel zehn. Eine Bewegung des Basiswerts um ein Prozent verändert den Kontraktwert ungefähr um 1.000 Euro. Bezogen auf die Margin entspricht das zehn Prozent. Die tatsächliche Wirkung kann durch Kontraktdetails und tägliche Abrechnung abweichen.

Ein hoher Hebel ist weder automatisch gut noch schlecht. Beim Hedging kann er Kapital effizient einsetzen. Bei Spekulation erhöht er die Geschwindigkeit möglicher Verluste. Sinnvoll sind deshalb feste Verlustgrenzen, ausreichende Liquiditätsreserven und eine Positionsgröße, die auch stärkere Marktschwankungen verkraftet.

Wie werden Gewinne und Verluste verrechnet?

Futures werden regelmäßig zum aktuellen Abrechnungspreis bewertet. Dieses Verfahren heißt Mark-to-Market. Gewinne werden dem Margin-Konto gutgeschrieben. Verluste werden belastet. Dadurch sammeln sich offene Verluste nicht erst bis zum Verfallstag an.

Die tägliche Zahlung wird häufig als Variation Margin bezeichnet. Bei starken Kursbewegungen können zusätzliche untertägige Sicherheiten verlangt werden. Das Liquiditätsrisiko ist deshalb ebenso wichtig wie der endgültige Gewinn oder Verlust. Eine wirtschaftlich sinnvolle Absicherung kann scheitern, wenn kurzfristig nicht genug liquide Mittel verfügbar sind.

Was bedeuten physische Lieferung und Barausgleich?

Beim Barausgleich wird die Wertdifferenz in Geld abgerechnet. Index-Futures wie der DAX Future werden so erfüllt, weil ein Index selbst nicht geliefert werden kann. Bei physischer Lieferung wechselt ein festgelegter Basiswert nach den Börsenregeln den Besitzer. Das betrifft etwa bestimmte Rohstoff- oder Anleihekontrakte.

Private Händler sollten offene Positionen nicht unbeabsichtigt bis in die Lieferphase halten. Je nach Produkt gelten besondere Fristen, Lieferorte und Qualitätsstandards. Vor jedem Handel sollten Sie deshalb den letzten Handelstag, den Verfallstag und die Settlement-Regeln prüfen.

Welche Arten von Futures gibt es?

Die Produktpalette reicht von Finanzwerten bis zu physischen Gütern. Unterschiede bestehen vor allem beim Basiswert, der Kontraktgröße, der Schwankungsintensität und der Abrechnung.

  • Index-Futures beziehen sich auf Aktienindizes wie DAX, Euro Stoxx 50 oder S&P 500.
  • Zins-Futures bilden Anleihen oder Zinssätze ab. Der Bund Future gehört zu den bekannten europäischen Kontrakten.
  • Rohstoff-Futures beziehen sich auf Energie, Metalle oder Agrarprodukte. Sie werden auch Commodity Futures genannt.
  • Währungs-Futures bilden Wechselkurse zwischen festgelegten Währungen ab.

Der passende Kontrakt hängt vom konkreten Risiko ab. Ein Erdgasverbraucher benötigt ein anderes Produkt als ein Aktienfonds. Wie Terminpreise in Energiemärkten wirken, zeigt der Beitrag Erdgaspreis verstehen. Entscheidend sind stets Basiswert, Laufzeit und mengenmäßige Übereinstimmung mit dem abzusichernden Geschäft.

Wozu werden Futures eingesetzt?

Wie funktioniert Hedging mit Futures?

Hedging soll ein bestehendes Preisrisiko begrenzen. Ein Unternehmen nimmt dafür eine Terminposition ein, deren Wert sich möglichst entgegengesetzt zum Grundgeschäft entwickelt. Verluste auf einer Seite können so durch Gewinne auf der anderen Seite gemindert werden.

Eine perfekte Absicherung ist nicht immer möglich. Laufzeit, Menge und Basiswert können vom realen Geschäft abweichen. Dieses Restrisiko heißt Basisrisiko. Unternehmen müssen zudem Liquidität für Margin-Zahlungen vorhalten, selbst wenn die Absicherung langfristig wirtschaftlich funktioniert.

Wie werden Futures zur Spekulation genutzt?

Spekulanten übernehmen Preisrisiken und versuchen, von erwarteten Kursbewegungen zu profitieren. Sie können Long oder Short handeln. Der Zugang zu beiden Marktrichtungen ist einfach, die Verlustrisiken bleiben jedoch erheblich. Einen verwandten Handelsansatz erläutert der Beitrag Was ist Prop Trading?.

Welche Rolle spielt Arbitrage?

Arbitrageure nutzen Preisunterschiede zwischen Terminkontrakt, Kassamarkt und verwandten Produkten. Ihre Geschäfte können dazu beitragen, dass Preise nicht dauerhaft auseinanderlaufen. Vollständig risikolos sind solche Strategien in der Praxis selten. Gebühren, Finanzierung, Ausführung und Modellannahmen können den erwarteten Vorteil aufzehren.

Was bedeuten Contango und Backwardation?

Contango und Backwardation beschreiben die Struktur der Terminpreise über verschiedene Laufzeiten. Bei Contango liegen spätere Terminpreise über dem aktuellen Kassapreis oder über näheren Laufzeiten. Lagerung, Finanzierung und Versicherung können eine solche Kurve begünstigen.

Bei Backwardation liegen spätere Preise niedriger. Das kann auf knappe verfügbare Bestände oder einen hohen unmittelbaren Nutzen des physischen Besitzes hinweisen. Die CME Group erläutert Contango und Backwardation anhand von Rohstoffmärkten.

Für Anleger sind diese Strukturen wichtig, wenn Positionen regelmäßig gerollt werden. Der Verkauf eines auslaufenden Kontrakts und der Kauf einer späteren Fälligkeit kann zusätzliche Gewinne oder Verluste erzeugen. Diese Rolleffekte sind nicht mit der reinen Preisbewegung des Basiswerts identisch.

Future und Forward im Vergleich

Beide Instrumente legen heute Bedingungen für ein späteres Geschäft fest. Der zentrale Unterschied liegt in der Organisation. Futures sind standardisiert und werden typischerweise an Börsen gehandelt. Forwards werden meist außerbörslich zwischen zwei Parteien vereinbart.

Ein Forward lässt sich genauer an Menge, Qualität und Termin eines Unternehmens anpassen. Diese Flexibilität kann beim Hedging nützlich sein. Dafür sind Handelbarkeit und Transparenz oft geringer. Zudem hängt das Gegenparteirisiko stärker von der Bonität und Besicherung der Vertragspartner ab.

Futures bieten meist höhere Standardisierung, zentrale Abwicklung und laufende Bewertung. Sie können jedoch ein Basisrisiko erzeugen, wenn der standardisierte Kontrakt nicht exakt zum Grundgeschäft passt. Die bessere Lösung hängt deshalb vom Absicherungsziel und der verfügbaren Marktliquidität ab.

Future und Option im Vergleich

Beim Terminkontrakt sind Käufer und Verkäufer zur Erfüllung verpflichtet. Bei einer Option erhält der Käufer gegen eine Prämie ein Recht. Er darf den Basiswert zu festgelegten Bedingungen kaufen oder verkaufen, muss dieses Recht aber nicht nutzen.

Der Käufer einer klassischen Option kann grundsätzlich höchstens die gezahlte Prämie verlieren. Der Verkäufer einer Option kann deutlich höhere Risiken tragen. Beim Terminkontrakt entstehen Gewinne und Verluste auf beiden Seiten symmetrisch aus der Kursbewegung.

Futures eignen sich häufig für eine direkte, kosteneffiziente Marktposition oder Absicherung. Optionen erlauben asymmetrische Strategien und können einen Schutz mit begrenzter Prämie bieten. Dafür beeinflussen neben dem Basiswert auch Laufzeit, Volatilität und weitere Faktoren den Optionspreis.

Welche Risiken haben Futures?

Das wichtigste Futures Risiko ist die Hebelwirkung. Eine relativ kleine Marktbewegung kann einen großen Teil der hinterlegten Mittel aufzehren. Hinzu kommen Liquiditätsrisiken, sprunghafte Kurse, technische Störungen, fehlerhafte Ordergrößen und Änderungen der Margin-Anforderungen.

Bei wenig gehandelten Fälligkeiten können Geld- und Briefkurse weit auseinanderliegen. Stop-Orders garantieren dann keinen bestimmten Ausführungspreis. Rund um Nachrichten, Handelsunterbrechungen oder Marktöffnungen können Kurssprünge auftreten. Eine Position kann dadurch schlechter geschlossen werden als geplant.

Auch Hedging enthält Risiken. Der Kontrakt kann sich anders entwickeln als das reale Grundgeschäft. Mengen oder Termine können nicht genau übereinstimmen. Zudem können Margin-Zahlungen Liquidität binden, obwohl die Absicherung wirtschaftlich einen späteren Verlust verhindert.

Kann der Verlust den ursprünglichen Kapitaleinsatz übersteigen?

Wirtschaftlich kann ein Verlust höher als die anfängliche Margin ausfallen. Die Margin ist nur eine Sicherheit. Sie begrenzt die Kurswirkung des Kontrakts nicht. Für in Deutschland ansässige Kleinanleger gilt jedoch eine wichtige Schutzregel.

Seit dem 1. Januar 2023 dürfen Anbieter spekulative Futures grundsätzlich nur vertreiben, wenn sie eine Nachschusspflicht vertraglich ausschließen. Für bestätigte Hedging-Geschäfte bestehen Ausnahmen. Die Einzelheiten enthält die BaFin-Produktintervention zu Futures.

Der Schutz verhindert dennoch keinen Totalverlust der beim Anbieter hinterlegten Mittel. Er gilt außerdem nicht automatisch für professionelle Kunden, ausländische Rechtsordnungen oder jedes ähnlich bezeichnete Produkt. Prüfen Sie deshalb Vertragsbedingungen, Kundenkategorie und Anbieterregulierung vor dem Handel.

Welche Fehler sollten Anleger vermeiden?

Ein häufiger Fehler ist die Orientierung an der Margin statt am Kontraktwert. Ebenso riskant sind zu große Positionen, fehlende Verlustgrenzen und das Halten bis zur Lieferphase ohne Kenntnis der Regeln. Auch mehrere korrelierte Kontrakte können ein weit größeres Gesamtrisiko erzeugen als erwartet.

Vor einer Order sollten Sie Punktwert, Tick-Größe, Fälligkeit, Handelszeiten und Settlement prüfen. Berechnen Sie außerdem den Verlust bei realistischen Stressbewegungen. Halten Sie liquide Reserven für steigende Margin-Anforderungen bereit. Eine Position sollte auch dann tragbar bleiben, wenn der Markt vorübergehend nicht zum gewünschten Preis geschlossen werden kann.

Futures handeln erfordert deshalb mehr als eine Marktmeinung. Notwendig sind ein nachvollziehbarer Zweck, feste Risikolimits und ein Plan für außergewöhnliche Marktphasen. Für unerfahrene Anleger können weniger komplexe, ungehebelte Produkte geeigneter sein.

Kernfakten im Überblick

AspektWesentliches
DefinitionEin Future ist ein standardisierter und verbindlicher Terminkontrakt auf einen festgelegten Basiswert.
KontraktwertDer Preis wird mit der Kontraktgröße oder dem Geldwert je Punkt multipliziert.
MarginDie Sicherheitsleistung deckt Risiken ab, ist aber keine Begrenzung der wirtschaftlichen Kurswirkung.
EinsatzFutures dienen der Absicherung, Spekulation und Arbitrage.
HauptrisikoHebel, schnelle Verluste, Margin Calls und ungünstige Ausführung können erhebliche Schäden verursachen.

Fazit

Ein Future überträgt die Preisbewegung eines Basiswerts über einen standardisierten Terminkontrakt. Käufer und Verkäufer übernehmen verbindliche Pflichten. Die Margin ermöglicht eine kapitaleffiziente Position, schafft aber zugleich eine starke Hebelwirkung. Deshalb sollten Sie nicht die hinterlegte Sicherheit, sondern den vollständigen Kontraktwert als Ausgangspunkt jeder Risikoprüfung verwenden.

Für Unternehmen und professionelle Investoren sind Futures zentrale Werkzeuge zur Absicherung. Für spekulative Privatanleger bleiben sie anspruchsvoll. Wer Kontraktgröße, Settlement, Margin-System und Fälligkeit nicht sicher versteht, sollte keine Position eröffnen. Ein klarer Handelszweck, ausreichend Liquidität und konsequente Verlustbegrenzung sind unverzichtbar.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Future“

Kann jeder Privatanleger Futures über ein normales Wertpapierdepot handeln?

Ein gewöhnliches Wertpapierdepot reicht häufig nicht aus. Der Broker muss den Terminhandel anbieten und prüft in der Regel Kenntnisse, Erfahrungen und finanzielle Verhältnisse. Zusätzlich wird ein Margin-Konto benötigt. In Deutschland gelten besondere Vertriebsbeschränkungen für Kleinanleger. Spekulative Kontrakte dürfen grundsätzlich nur ohne vertragliche Nachschusspflicht angeboten werden. Anbieter können trotzdem strengere Anforderungen festlegen. Dazu zählen höhere Sicherheiten, begrenzte Produktgruppen oder zusätzliche Risikofragen. Prüfen Sie vor einer Kontoeröffnung auch Handelsplätze, Gebühren, Kursversorgung und Regeln für Zwangsschließungen.

Was bedeutet das Rollen eines Future-Kontrakts?

Rollen bedeutet, eine Position in einer nahen Fälligkeit zu schließen und gleichzeitig einen später fälligen Kontrakt zu eröffnen. Händler nutzen diesen Vorgang, wenn sie ihr Marktengagement über den Verfallstag hinaus fortsetzen möchten. Der neue Kontrakt kann teurer oder günstiger sein als der auslaufende. Dadurch entstehen Rolleffekte, die von der Bewegung des Kassapreises abweichen können. Auch Geld-Brief-Spannen und Gebühren beeinflussen das Ergebnis. Wer langfristig über Futures investiert, sollte deshalb nicht nur die Entwicklung des Basiswerts beobachten, sondern auch die gesamte Terminkurve.

Warum sind Mini- und Micro-Futures nicht automatisch risikoarm?

Mini- und Micro-Futures besitzen einen kleineren Multiplikator als klassische Kontrakte. Dadurch fällt der absolute Gewinn oder Verlust je Kurspunkt geringer aus. Das erleichtert eine feinere Positionssteuerung. Das grundlegende Risiko bleibt jedoch bestehen. Auch kleine Kontrakte sind gehebelt, unterliegen Margin-Anforderungen und können in volatilen Märkten schnell an Wert verlieren. Mehrere kleine Positionen können außerdem dasselbe Gesamtrisiko wie ein großer Kontrakt erzeugen. Entscheidend ist daher nicht die Produktbezeichnung. Maßgeblich sind die gesamte Kontraktzahl, der Punktwert und ein realistisches Verlustszenario.

Welche Bedeutung haben Tick Size und Tick Value?

Die Tick Size ist die kleinste zulässige Preisänderung eines Kontrakts. Der Tick Value zeigt, welcher Geldbetrag dieser Bewegung entspricht. Beide Werte sind für Orderplanung und Risikoberechnung wichtig. Ein Kontrakt kann beispielsweise in Schritten von 0,5 Punkten notieren, wobei jeder Schritt einen bestimmten Eurobetrag verändert. Aus Tick Value und möglicher Kursbewegung lässt sich ein realistischer Verlust ableiten. Brokeroberflächen zeigen diese Angaben nicht immer gleich deutlich. Prüfen Sie deshalb vor dem ersten Handel die offiziellen Produktspezifikationen der jeweiligen Terminbörse.

Was sagt das Open Interest über einen Future aus?

Das Open Interest bezeichnet die Zahl der noch offenen Kontrakte einer Fälligkeit. Es steigt, wenn neue Positionen entstehen, und fällt, wenn bestehende Positionen geschlossen werden. Die Kennzahl ist nicht mit dem täglichen Handelsvolumen identisch. Ein hohes Open Interest kann auf eine aktive Marktteilnahme und bessere Handelbarkeit hinweisen. Es garantiert jedoch weder enge Spreads noch eine bestimmte Kursrichtung. Besonders bei nahendem Verfall verschiebt sich die Aktivität oft in den nächsten Kontraktmonat. Händler sollten Open Interest deshalb zusammen mit Volumen, Geld-Brief-Spanne und Markttiefe betrachten.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Magazins dienen ausschließlich Informations- und Unterhaltungszwecken und besitzen keinen Beratercharakter. Die bereitgestellten Informationen waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell. Eine Garantie für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit wird nicht übernommen, jegliche Haftung im Zusammenhang mit der Nutzung dieser Inhalte ist ausgeschlossen. Diese Inhalte ersetzen keine professionelle juristische, medizinische oder finanzielle Beratung. Bei spezifischen Fragen oder besonderen Umständen sollte stets ein entsprechender Fachexperte hinzugezogen werden. Texte können mithilfe von KI-Systemen erstellt oder unterstützt worden sein.

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