Eine Option gibt dem Käufer das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Call und Put unterscheiden sich durch die Richtung dieses Rechts.
Ausgangssituation
Optionen gehören zu den Derivaten. Ihr Wert leitet sich von einem Basiswert ab. Das können Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffe oder Futures sein. Anders als beim direkten Aktienkauf erwerben Sie meist keinen Unternehmensanteil. Sie handeln einen Vertrag mit festgelegten Bedingungen.
Entscheidend ist die asymmetrische Struktur. Der Optionskäufer besitzt ein Recht, aber keine Pflicht. Der Optionsverkäufer übernimmt dagegen eine Verpflichtung. Diese Rollen führen zu unterschiedlichen Chancen und Risiken. Einen grundlegenden Überblick über die Produktklasse bietet der Beitrag Was ist ein Derivat?.
Was ist eine Option?
Welche Bedeutung hat eine Option an der Börse?

Eine Option ist ein befristeter Vertrag zwischen zwei Marktseiten. Der Käufer darf einen Basiswert zu festgelegten Bedingungen kaufen oder verkaufen. Dafür zahlt er eine Optionsprämie. Der Verkäufer erhält diese Prämie und wird Stillhalter genannt.
Bei börsengehandelten Optionen sind wichtige Merkmale standardisiert. Dazu gehören Basiswert, Basispreis, Verfallstag, Kontraktgröße und Ausübungsart. Die jeweils gültigen Bedingungen ergeben sich aus den Kontraktspezifikationen der Börse. Die Eurex-Regelwerke und Kontraktspezifikationen zeigen, wie solche Termingeschäfte verbindlich ausgestaltet werden.
Optionen an der Börse dienen nicht nur der Spekulation. Unternehmen und Investoren nutzen sie auch zur Absicherung. Andere Marktteilnehmer verkaufen Optionen, um Prämien einzunehmen. Jede Strategie verändert jedoch das Risikoprofil.
Welche Bestandteile hat eine Option?
Was sind Basiswert und Basispreis?
Der Basiswert ist das Instrument, auf das sich die Option bezieht. Bei einer Aktienoption ist dies eine Aktie. Bei einer Indexoption kann es der DAX oder ATX sein. Optionen können sich auch auf Anleihen, Währungen, Rohstoffe, ETFs oder Futures beziehen.
Der Basispreis heißt auch Strike. Er legt fest, zu welchem Preis der Käufer sein Recht ausüben darf. Ein Call mit Strike 100 erlaubt den Kauf zum Preis von 100. Ein Put mit demselben Strike erlaubt den Verkauf zu 100. Die konkrete Wirkung hängt vom Marktpreis des Basiswerts ab.
Welche Rolle spielen Laufzeit, Verfallstag und Optionsprämie?
Jede Option besitzt eine begrenzte Laufzeit. Am Verfallstag endet das vertragliche Recht. Je nach Ausübungsart kann die Option vorher oder nur am Ende ausgeübt werden. Viele Positionen werden allerdings vor dem Verfall durch ein Gegengeschäft geschlossen.
Die Optionsprämie ist der Marktpreis der Option. Der Käufer zahlt sie beim Erwerb. Der Verkäufer erhält sie für seine Verpflichtung. Für die tatsächliche Zahlung ist die Kontraktgröße wichtig. Notiert eine Prämie bei 3 Euro und umfasst der Kontrakt 100 Einheiten, beträgt der Prämienwert 300 Euro.
Was ist eine Call-Option?
Wann gewinnt ein Long Call an Wert?
Eine Call-Option ist eine Kaufoption. Sie gibt dem Käufer das Recht, den Basiswert zum Strike zu kaufen. Ein Long Call profitiert grundsätzlich von steigenden Kursen. Sein Verlust ist normalerweise auf die gezahlte Prämie und Kosten begrenzt.
Der Käufer erzielt am Verfallstag erst oberhalb seines Gewinnschwellenkurses einen Gewinn. Dieser liegt vereinfacht beim Strike zuzüglich Prämie je Einheit. Steht der Basiswert über dem Strike, kann der Call dennoch einen Gesamtverlust verursachen. Die Kursdifferenz muss zunächst die gezahlte Prämie ausgleichen.
Der Verkäufer hält die Gegenposition, den Short Call. Ein ungedeckter Short Call kann sehr hohe Verluste erzeugen. Der Kurs des Basiswerts besitzt theoretisch keine feste Obergrenze. Hält der Stillhalter den Basiswert bereits, spricht man von einem gedeckten Call.
Was ist eine Put-Option?

Wann gewinnt ein Long Put an Wert?
Eine Put-Option ist eine Verkaufsoption. Sie gibt dem Käufer das Recht, den Basiswert zum Strike zu verkaufen. Ein Long Put profitiert grundsätzlich von fallenden Kursen. Anleger nutzen Puts deshalb häufig zur Absicherung bestehender Positionen.
Die Gewinnschwelle am Verfallstag liegt vereinfacht beim Strike abzüglich Prämie je Einheit. Der maximale Gewinn eines Long Put ist begrenzt. Der Basiswert kann nicht unter null fallen. Der maximale Verlust des Käufers entspricht regelmäßig der gezahlten Prämie und den Kosten.
Beim Short Put verpflichtet sich der Stillhalter zum Kauf des Basiswerts. Fällt dessen Preis stark, kann ein erheblicher Verlust entstehen. Dieser ist bei einem klassischen Put zwar begrenzt, kann aber fast den gesamten Strike-Wert des Kontrakts erreichen.
Welche Rechte und Pflichten haben Käufer und Verkäufer?
Im Optionshandel entstehen vier Grundpositionen. Käufer eröffnen Long-Positionen. Verkäufer eröffnen Short-Positionen. Käufer entscheiden über die Ausübung. Verkäufer müssen eine wirksame Ausübung erfüllen. Eine Einführung bietet auch das aktualisierte Optionsmerkblatt der US-Börsenaufsicht SEC.
| Position | Markterwartung | Recht oder Pflicht | Grundrisiko |
|---|---|---|---|
| Long Call | Steigende Kurse | Recht zum Kauf | Prämie kann vollständig verloren gehen |
| Long Put | Fallende Kurse oder Absicherung | Recht zum Verkauf | Prämie kann vollständig verloren gehen |
| Short Call | Seitwärts laufende oder fallende Kurse | Pflicht zum Verkauf | Ungedeckt theoretisch unbegrenzter Verlust |
| Short Put | Seitwärts laufende oder steigende Kurse | Pflicht zum Kauf | Hoher Verlust bei stark fallendem Basiswert |
Die Prämie ist beim Verkäufer kein risikofreier Ertrag. Sie ist die Gegenleistung für die übernommene Verpflichtung. Broker verlangen deshalb bei Short-Positionen Sicherheiten. Diese Margin kann steigen, wenn sich Marktpreis oder Volatilität ungünstig entwickeln.
Wie funktioniert eine Option anhand eines Beispiels?
Wie wird ein Long Call berechnet?
Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Sie kaufen einen Call mit Strike 105. Die Prämie beträgt 4 Euro je Aktie. Der vereinfachte Gewinnschwellenkurs am Verfallstag liegt bei 109 Euro. Gebühren und Steuern bleiben unberücksichtigt.
Steht die Aktie am Verfallstag bei 120 Euro, besitzt der Call einen inneren Wert von 15 Euro. Nach Abzug der Prämie verbleiben 11 Euro Gewinn je Einheit. Bei einem Multiplikator von 100 wären das 1.100 Euro. Notiert die Aktie bei 104 Euro, verfällt der Call wertlos. Der Verlust entspricht dann 400 Euro.
Wie verändert ein Put das Ergebnis?
Ein Put mit Strike 100 kostet 3 Euro je Einheit. Der Gewinnschwellenkurs liegt am Verfallstag bei 97 Euro. Fällt der Basiswert auf 85 Euro, beträgt der innere Wert 15 Euro. Nach Abzug der Prämie verbleiben 12 Euro je Einheit.
Diese Beispiele zeigen den Hebel von Optionen. Ein vergleichsweise kleiner Einsatz kontrolliert einen größeren Kontraktwert. Der prozentuale Gewinn kann dadurch stark steigen. Dasselbe gilt für Verluste. Vor einem Handel müssen Sie Multiplikator, Prämienwert, Gebühren und mögliche Margin-Forderungen kennen.
Wann befindet sich eine Option im Geld?
Was bedeuten im Geld, am Geld und aus dem Geld?
Ein Call liegt im Geld, wenn der Basiswert über dem Strike notiert. Ein Put liegt im Geld, wenn der Basiswert unter dem Strike steht. In beiden Fällen besitzt die Option einen inneren Wert.
Am Geld bedeutet, dass Marktpreis und Strike ungefähr übereinstimmen. Aus dem Geld liegt ein Call unterhalb seines Strikes. Ein Put liegt oberhalb seines Strikes aus dem Geld. Eine aus dem Geld liegende Option kann trotzdem einen Marktpreis besitzen. Ihre Restlaufzeit erhält ihr noch eine Chance auf Wertentwicklung.
Was sind innerer Wert und Zeitwert?
Der Optionspreis besteht vereinfacht aus innerem Wert und Zeitwert. Der innere Wert entspricht dem sofort realisierbaren Ausübungswert. Bei einem Call lautet er Marktpreis minus Strike, mindestens jedoch null. Beim Put lautet er Strike minus Marktpreis, ebenfalls mindestens null.
Der Zeitwert bildet die verbleibende Möglichkeit günstiger Kursbewegungen ab. Er sinkt grundsätzlich mit der Restlaufzeit. Dieser Verfall verläuft nicht immer gleichmäßig. Kurz vor dem Verfall kann er deutlich schneller werden. Eine richtige Marktrichtung reicht deshalb nicht zwingend für einen Gewinn.
Was unterscheidet amerikanische und europäische Optionen?
Eine amerikanische Option kann grundsätzlich während ihrer Laufzeit ausgeübt werden. Eine europäische Option kann nur am festgelegten Ausübungstag ausgeübt werden. Die Begriffe beschreiben den Ausübungsstil, nicht den Handelsort.
Die vorzeitige Ausübung kann bei bestimmten Aktienoptionen relevant sein. Dividenden, Finanzierungskosten und verbleibender Zeitwert spielen dabei eine Rolle. Eine wirtschaftlich unvorteilhafte Ausübung kann Zeitwert vernichten. Viele Anleger verkaufen deshalb die Option, statt sie frühzeitig auszuüben.
Prüfen Sie immer die konkrete Produktspezifikation. Auch Abrechnung und Lieferung unterscheiden sich. Manche Optionen führen zur Lieferung des Basiswerts. Andere werden durch einen Barausgleich erfüllt.
Welche Faktoren beeinflussen den Optionspreis?
Der aktuelle Kurs des Basiswerts und der Strike bestimmen die Moneyness. Die Restlaufzeit beeinflusst die verbleibende Chance einer günstigen Bewegung. Eine höhere erwartete Schwankungsbreite erhöht häufig den Wert von Calls und Puts. Zinsen und erwartete Dividenden können den Preis ebenfalls verändern.
Die erwartete Schwankungsbreite heißt implizite Volatilität. Sie wird aus Marktpreisen abgeleitet. Vor wichtigen Ereignissen kann sie steigen. Nach der Veröffentlichung fällt sie häufig wieder. Eine Option kann deshalb trotz richtiger Kursrichtung an Wert verlieren.
Was zeigen Delta, Gamma, Theta und Vega?
Die Optionsgriechen beschreiben einzelne Preisempfindlichkeiten. Delta misst die Reaktion auf eine Kursbewegung des Basiswerts. Gamma zeigt, wie sich Delta verändert. Theta erfasst den Zeitwertverlust. Vega misst die Reaktion auf Änderungen der impliziten Volatilität.
Diese Kennzahlen sind keine festen Prognosen. Sie verändern sich mit Marktpreis, Zeit und Volatilität. Für jede Kennzahl ist deshalb eine eigene Vertiefung sinnvoll. Fachliche Lernmodule stellt Eurex in seinen E-Vorlesungen zu Optionen und Futures bereit.
Wozu werden Optionen eingesetzt?
Wie funktioniert die Absicherung mit Optionen?
Ein Anleger kann eine Aktienposition mit einem Put absichern. Der Put legt für einen Zeitraum einen möglichen Verkaufspreis fest. Sinkt die Aktie stark, steigt gewöhnlich der Wert des Puts. Die Absicherung kostet jedoch eine Prämie und kann die Gesamtrendite mindern.
Wie werden Optionen zur Spekulation genutzt?
Mit Calls lassen sich steigende Kurse abbilden. Puts eignen sich für fallende Kurse. Der Kapitaleinsatz kann unter dem Wert einer direkten Position liegen. Dadurch entsteht ein Hebel. Timing, Volatilität und Zeitwert müssen jedoch gleichzeitig passen.
Was sind Ertragsstrategien?
Stillhalterstrategien sollen Optionsprämien vereinnahmen. Ein Covered Call verbindet eine bestehende Aktienposition mit einem verkauften Call. Ein Cash Secured Put kombiniert einen verkauften Put mit ausreichender Liquidität. Solche Strategien begrenzen Risiken nicht automatisch. Sie verändern vielmehr die Verteilung möglicher Ergebnisse.
Für die Bewertung zählt die Nettorendite nach Kosten. Der Beitrag Rendite berechnen und richtig einordnen erklärt die zugrunde liegenden Kennzahlen.
Welche Risiken haben Optionen?
Kann der Verlust höher als der Einsatz ausfallen?
Beim Kauf eines Calls oder Puts ist der Verlust regelmäßig auf Prämie und Kosten begrenzt. Beim Verkauf sieht das anders aus. Ein ungedeckter Short Call besitzt theoretisch unbegrenztes Verlustpotenzial. Ein Short Put kann bei einem Kurssturz ebenfalls hohe Verluste verursachen.
Zusätzlich bestehen Liquiditätsrisiken. Große Spreads können Ein- und Ausstieg verteuern. Kurssprünge erschweren eine rechtzeitige Reaktion. Margin-Forderungen können kurzfristig steigen. Der Broker darf Positionen unter bestimmten Bedingungen schließen. Detaillierte Risikohinweise enthält das Options Disclosure Document der OCC.
Welche Fehler treten beim Optionshandel häufig auf?
Einsteiger betrachten oft nur die erwartete Kursrichtung. Sie unterschätzen Laufzeit, Volatilität und Gewinnschwelle. Andere verwechseln den angezeigten Preis mit dem gesamten Prämienwert. Auch automatische Ausübung und mögliche Lieferung werden häufig übersehen.
Ein weiterer Fehler liegt in ungedeckten Verkäufen. Die vereinnahmte Prämie wirkt klein und sicher. Das seltene Gegenereignis kann jedoch einen großen Verlust auslösen. Prüfen Sie deshalb das schlechteste plausible Szenario. Berücksichtigen Sie dabei Margin, Liquidität und Kurssprünge.
Option und Optionsschein im Vergleich
Eine börsengehandelte Option ist ein standardisierter Terminkontrakt. Käufer und Verkäufer treffen über den Markt aufeinander. Eine Clearingstelle übernimmt zentrale Abwicklungsfunktionen. Anleger können je nach Freigabe Optionen kaufen oder als Stillhalter verkaufen.
Ein Optionsschein ist meist eine Schuldverschreibung eines Emittenten. Dieser legt die Bedingungen fest und stellt häufig die handelbaren Kurse. Neben Marktrisiken besteht deshalb ein Emittentenrisiko. Privatanleger können Optionsscheine kaufen und verkaufen, aber normalerweise nicht selbst emittieren.
Beide Instrumente können Hebelwirkung besitzen. Sie unterscheiden sich jedoch bei Rechtsform, Preisstellung, Gegenpartei und Handelspraxis. Auch Turbo-Zertifikate sind keine klassischen Optionen. Der Beitrag Risiken von Turbo-Zertifikaten erläutert diese Produktgruppe.
Option und Future im Vergleich
Bei einer Option besitzt der Käufer ein Wahlrecht. Beim Future sind beide Vertragsseiten grundsätzlich zur Erfüllung verpflichtet. Der Käufer einer Option zahlt eine Prämie. Future-Positionen werden dagegen über Sicherheiten und laufende Ausgleichszahlungen geführt.
Ein Future bildet Kursbewegungen meist linear ab. Eine Option reagiert nicht linear. Zeitwert und Volatilität beeinflussen ihren Preis zusätzlich. Das macht Optionen flexibler, aber auch komplexer. Futures eignen sich häufig für eine direkte Marktposition. Optionen erlauben gezielt begrenzte oder asymmetrische Auszahlungsprofile.
Wie lassen sich Optionen verantwortungsvoll handeln?
Vor dem ersten Optionshandel müssen Produktmechanik und Risikogrenzen feststehen. Ein richtiger Marktblick allein genügt nicht. Entscheidend sind auch Laufzeit, Volatilität, Liquidität und Kontraktgröße.
- Prüfen Sie Basiswert, Strike, Verfallstag und Ausübungsart.
- Berechnen Sie Prämienwert, Gewinnschwelle und maximalen Verlust.
- Kontrollieren Sie Multiplikator, Spread, Handelsvolumen und Abrechnung.
- Verstehen Sie mögliche Margin-Forderungen bei Short-Positionen.
- Planen Sie Ausstieg, Ausübung und mögliche Lieferung vor dem Kauf.
- Setzen Sie nur Kapital ein, dessen Verlust Sie tragen können.

Für Einsteiger sind klar begrenzte Risikoprofile leichter einzuordnen. Ungedeckte Short-Positionen verlangen dagegen hohe Erfahrung und ausreichende Liquidität. Vergleichen Sie außerdem Gebühren und steuerliche Folgen. Eine Option ist kein Ersatz für ein breit strukturiertes Portfolio.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Definition | Eine Option gibt dem Käufer ein befristetes Kaufrecht oder Verkaufsrecht auf einen Basiswert. |
| Call und Put | Der Call ist eine Kaufoption. Der Put ist eine Verkaufsoption. |
| Preis | Die Optionsprämie hängt unter anderem von Kurs, Strike, Laufzeit und Volatilität ab. |
| Risiko | Käufer riskieren meist die Prämie. Stillhalter können deutlich höhere Verluste erleiden. |
| Einsatz | Optionen dienen der Absicherung, Spekulation und Gestaltung von Ertragsstrategien. |
Fazit
Eine Option ist ein vielseitiger Vertrag mit klar verteilten Rechten und Pflichten. Der Käufer eines Calls darf einen Basiswert kaufen. Der Käufer eines Puts darf ihn verkaufen. Der Stillhalter übernimmt jeweils die entsprechende Verpflichtung und erhält dafür die Optionsprämie.
Für eine sachgerechte Bewertung genügt die erwartete Kursrichtung nicht. Sie müssen auch Strike, Laufzeit, Volatilität, Zeitwert und Kontraktgröße berücksichtigen. Besonders wichtig ist die Trennung zwischen Käufer- und Verkäuferpositionen. Käufer können ihre Prämie vollständig verlieren. Ungedeckte Verkäufer tragen ein wesentlich größeres Risiko.
Optionen können Portfolios absichern und gezielte Marktpositionen ermöglichen. Sie sind jedoch erklärungsbedürftig. Prüfen Sie deshalb jede Kontraktspezifikation und das maximale Verlustszenario. Erst danach lässt sich beurteilen, ob die gewählte Strategie zu Ihrem Ziel und Ihrer Risikotragfähigkeit passt.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Option“
Kann eine Option vor dem Verfall verkauft werden?
Eine gekaufte börsengehandelte Option lässt sich grundsätzlich vor dem Verfall durch einen Verkauf derselben Serie schließen. Dafür müssen Basiswert, Optionstyp, Strike und Verfall übereinstimmen. Sie üben das Recht dann nicht aus, sondern übertragen Ihre Marktposition. Der erzielbare Preis hängt vom aktuellen inneren Wert, Zeitwert, Spread und der Liquidität ab.
Auch Stillhalter können eine offene Position vorzeitig schließen. Sie kaufen dafür dieselbe Option zurück. Der Rückkauf kann günstiger oder teurer als die erhaltene Prämie sein. Eine ausreichende Marktliquidität ist deshalb entscheidend.
Was passiert bei Dividenden und Kapitalmaßnahmen?
Erwartete Dividenden beeinflussen Optionspreise bereits vor dem Ausschüttungstag. Bei Aktienoptionen kann eine bevorstehende Dividende außerdem die Entscheidung über eine frühe Ausübung verändern. Das betrifft vor allem amerikanische Calls. Eine vorzeitige Ausübung ist jedoch nicht automatisch vorteilhaft, weil dabei verbleibender Zeitwert verloren gehen kann.
Kapitalmaßnahmen können zu Anpassungen des Kontrakts führen. Aktiensplits, Sonderdividenden, Übernahmen oder Abspaltungen verändern möglicherweise Strike, Bezugsverhältnis oder Basiswert. Maßgeblich sind die veröffentlichten Regeln der zuständigen Börse und Clearingstelle. Vergleichen Sie daher keine angepasste Serie ungeprüft mit einem normalen Standardkontrakt.
Welche Bedeutung haben Spread und Liquidität?
Der Spread ist die Differenz zwischen bestem Kaufpreis und bestem Verkaufspreis. Ein breiter Spread erhöht die indirekten Handelskosten. Er kann dazu führen, dass eine Position trotz richtiger Markteinschätzung nur zu einem ungünstigen Preis geschlossen wird. Das Risiko steigt häufig bei entfernten Strikes oder langen Laufzeiten.
Handelsvolumen und offene Kontrakte geben Hinweise auf die Marktaktivität. Sie garantieren jedoch keine jederzeitige Ausführung. Nutzen Sie bei weniger liquiden Serien möglichst Limitorders. Prüfen Sie zudem, wie stark sich der Spread in hektischen Marktphasen ausweiten kann.
Was bedeuten physische Lieferung und Barausgleich?
Bei physischer Lieferung führt eine Ausübung zur Übertragung des Basiswerts. Bei einer Aktienoption kann der Käufer Aktien zum Strike erwerben oder verkaufen. Der Stillhalter muss die entsprechende Gegenleistung erbringen. Dadurch kann ein erheblicher Kapitalbedarf entstehen, selbst wenn die ursprüngliche Prämie gering war.
Beim Barausgleich wird nur die festgestellte Wertdifferenz verrechnet. Das ist bei vielen Indexoptionen üblich. Welche Methode gilt, steht in den Kontraktspezifikationen. Prüfen Sie diese Regel vor dem Verfall, damit keine unerwartete Position oder Zahlung entsteht. Auch der Zeitpunkt der Abrechnung kann sich je nach Produkt unterscheiden.
Werden Optionen am Verfallstag automatisch ausgeübt?
Die automatische Ausübung hängt von Börse, Clearingstelle, Broker und Kontovereinbarung ab. Optionen mit einem bestimmten inneren Wert können nach festgelegten Regeln automatisch ausgeübt werden. Kunden dürfen häufig abweichende Weisungen erteilen. Fristen des Brokers können dabei vor dem offiziellen Börsenschluss enden.
Verlassen Sie sich nicht auf allgemeine Annahmen. Prüfen Sie rechtzeitig die Regeln Ihres Brokers und die Produktspezifikation. Stellen Sie außerdem sicher, dass genug Geld oder Basiswerte vorhanden sind. Andernfalls kann der Broker die Position schließen oder eine Ausübung verhindern. Dokumentieren Sie Ihre Weisung und kontrollieren Sie die erfolgte Buchung.















