Ein Chief of Staff entlastet die Unternehmensführung, schärft Prioritäten und sorgt dafür, dass strategische Entscheidungen sauber umgesetzt werden. Die Rolle verbindet Strategie, operative Steuerung und interne Abstimmung. Sie wirkt oft im Hintergrund, entscheidet aber mit über Tempo und Qualität der Execution.
Überblick
| Bereich | Typische Aufgaben | Konkretes Ergebnis |
|---|---|---|
| Strategie und Prioritäten | Prioritäten klären, Initiativen bewerten, Zielkonflikte vorbereiten, Entscheidungsoptionen strukturieren | CEO und Geschäftsführung arbeiten an den wichtigsten Themen, weniger Kontextwechsel, klarer Fokus |
| Execution und Programmsteuerung | Strategische Initiativen steuern, Meilensteine definieren, Abhängigkeiten managen, Follow ups nachhalten | Umsetzung läuft planbar, Verantwortlichkeiten sind eindeutig, Blocker werden früh gelöst |
| Entscheidungsprozesse | Entscheidungsvorlagen erstellen, Kriterien festlegen, Governance etablieren, Eskalationswege definieren | Schnellere, konsistentere Entscheidungen mit höherer Qualität und besserer Dokumentation |
| Alignment und Kommunikation | Abstimmung zwischen Führungsebene und Abteilungen, zentrale Botschaften koordinieren, Erwartungen synchronisieren | Weniger Reibung, weniger Missverständnisse, bessere Zusammenarbeit über Teams hinweg |
| Operations und Organisation | Querschnittsthemen lösen, Arbeitsrhythmen etablieren, Meeting Struktur verbessern, Engpässe entschärfen | Höhere operative Stabilität, bessere Informationsflüsse, spürbare Entlastung der Führung |
| Sparring und Sonderlagen | CEO als ehrlicher Gesprächspartner, Risiken spiegeln, Restrukturierung und Neuausrichtung begleiten | Mehr Sicherheit und Orientierung bei Entscheidungen, robustere Umsetzung in kritischen Phasen |
Der Chief of Staff ist in vielen Organisationen die Schlüsselrolle zwischen CEO, Geschäftsführung und Führungsebene. Im Kern geht es um drei Dinge: Klarheit über Prioritäten, verlässliche Entscheidungsprozesse und konsequente Umsetzung. Genau dort entstehen in wachsenden Unternehmen Reibungsverluste. Meetings stapeln sich, Themen konkurrieren, Verantwortlichkeiten verwischen.
Ein Chief of Staff schafft Struktur, ohne eine klassische Linienabteilung zu sein. Die Rolle ist bewusst breit angelegt. Sie reicht von strategischer Vorbereitung über Projektmanagement bis zu Kommunikation und Governance. Wie stark der Fokus ausfällt, hängt von Unternehmensgröße, Reifegrad und Mandat ab. In Deutschland ist die Position nicht einheitlich definiert. Sie wird oft als Stabschef oder Stabsstelle der Geschäftsführung verstanden.
Was ist ein Chief of Staff und wo ist die Rolle verortet?
Was bedeutet Chief of Staff im Unternehmenskontext?
Im Unternehmenskontext ist der Chief of Staff eine leitende Unterstützungsfunktion für CEO oder Geschäftsführung. Anders als eine reine Assistenz handelt es sich um eine Rolle mit Gestaltungsspielraum. Sie bündelt Informationen, strukturiert Entscheidungen und treibt strategische Initiativen voran. Häufig fungiert der Chief of Staff als Sparringspartner, der Widersprüche anspricht und Themen konsequent nachhält.
Typisch ist die Nähe zum Entscheidungskern. Der Chief of Staff sitzt oft in zentralen Terminen, kennt interne Dynamiken und übersetzt Ziele in umsetzbare Arbeitspakete. Die Rolle ist damit weniger Fachsilo und mehr Integrator. Sie verbindet Menschen, Prozesse und Prioritäten. Das macht sie wirksam, aber auch anspruchsvoll.
Wie unterscheidet sich die Rolle von Abteilung, Stabsstelle und Führungskraft?
In vielen Unternehmen ist der Chief of Staff keine eigene Abteilung, sondern eine Stabsstelle. Das bedeutet, die Rolle arbeitet quer zur Organisation. Sie greift dort ein, wo Abstimmung fehlt oder Entscheidungen stocken. Gleichzeitig ist der Chief of Staff häufig Teil der erweiterten Führungsebene und nimmt Einfluss auf zentrale Weichenstellungen.
Ob die Position eine echte Führungsrolle mit Personalverantwortung ist, variiert. In größeren Organisationen führt der Chief of Staff teils ein kleines Team oder steuert ein Program Office. In kleineren Firmen bleibt es oft bei direkter Arbeit am CEO Schreibtisch. Entscheidend ist nicht der Titel, sondern das Mandat und die Akzeptanz im Leadership.
Die wichtigsten Aufgaben eines Chief of Staff
Welche Aufgaben übernimmt ein Chief of Staff im Alltag?
Der Alltag ist selten monoton. Ein Chief of Staff nimmt Themen auf, ordnet sie ein und bringt sie in eine Form, die entscheidbar ist. Dazu gehört die Vorbereitung von Entscheidungen, die Moderation von Abstimmungen und das Nachhalten von Zusagen. Viele Aufgaben wirken unsichtbar, weil sie zwischen Meetings, Memos und informellen Gesprächen passieren.
Wichtig ist der Fokus auf Wirkung. Ein Chief of Staff sorgt dafür, dass die Unternehmensführung nicht in Detailfragen versinkt. Gleichzeitig verhindert die Rolle, dass strategische Initiativen in der Linie versanden. Damit ist der Chief of Staff sowohl strategisch als auch operativ tätig, je nach Bedarf und Phase.
Die folgenden Punkte zeigen typische Verantwortungsbereiche. Sie ersetzen keine individuelle Rollenklärung, erhöhen aber die Orientierung für Unternehmen und Bewerbende.

- Prioritätenmanagement für CEO und Geschäftsführung, inklusive Vorbereitung von Zielkonflikten und Entscheidungsoptionen.
- Steuerung strategischer Initiativen von der Planung bis zur Umsetzung, oft als Programmleitung oder als owner für Execution.
- Entscheidungsprozess strukturieren durch saubere Vorlagen, klare Kriterien und definierte Verantwortlichkeiten.
- Kommunikation und Alignment zwischen CEO, Führungsebene und Abteilungen, inklusive zentraler Botschaften und Erwartungsmanagement.
- Meeting und Informationsdesign, damit relevante Fakten schnell verfügbar sind und Meetings zu Entscheidungen führen.
- Governance und Follow up für Beschlüsse, Risiken, Eskalationen und verbindliche Umsetzung.
- Sparringspartner für CEO und Executives, inklusive ehrlicher Rückmeldung und Perspektivwechsel.
- Operatives Troubleshooting bei Engpässen, Krisen und Sonderlagen, etwa bei Restrukturierung oder Neuausrichtung.
Ein häufiger Fehler ist die Gleichsetzung mit einer Super Assistenz. Der Chief of Staff übernimmt zwar koordinative Aufgaben, arbeitet aber im Idealfall an den Hebeln Zeit, Information und Entscheidung. Damit entsteht mehr Sicherheit und Orientierung bei Entscheidungen. Gleichzeitig erhält die Unternehmensführung einen breiteren Blickwinkel, weil der Chief of Staff die Bedürfnisse des gesamten Unternehmens im Blick behält.
Wie unterstützt der Chief of Staff strategische Arbeit und Execution?
Strategie scheitert selten an Ideen. Sie scheitert an Fokus und Umsetzung. Genau hier setzt der Chief of Staff an. Er übersetzt strategische Ziele in Initiativen, Meilensteine und Verantwortlichkeiten. Er klärt Abhängigkeiten, priorisiert Ressourcen und stellt sicher, dass Entscheidungen in der Organisation ankommen.
In der Praxis heißt das oft, dass der Chief of Staff die Taktung der Strategy Execution definiert. Dazu gehören klare Rhythmik für Reviews, Statusformate und Eskalationswege. So wird aus einem Strategiewechsel eine Umsetzungslinie. Das entlastet den CEO, hält aber gleichzeitig Druck auf der Execution.
Welche Rolle spielt der Chief of Staff bei Operations und Organisation?
Operations bedeutet nicht nur Prozessoptimierung. Es bedeutet, dass das System Unternehmen zuverlässig liefert. Ein Chief of Staff kann dabei als Business Partner wirken, der Querschnittsthemen löst. Beispiele sind Abstimmungsprobleme zwischen Abteilung und Führungsebene, unklare Ownership oder widersprüchliche Ziele.
Gerade in Wachstumssituationen fehlen oft stabile Routinen. Dann hilft ein Chief of Staff, eine organisationale Klammer zu bauen. Das kann ein Quarterly Planning sein, ein Portfolio Board oder ein klarer Entscheidungsprozess für Investitionen. Die Rolle bleibt nahe an der Unternehmensentwicklung, ohne selbst jedes Detail zu besitzen.
Abgrenzung zu Executive Assistant, COO, Head of und Projektmanagement
Worin liegt der Unterschied zur Executive Assistant Rolle?
Eine Executive Assistant Rolle fokussiert meist auf Terminsteuerung, Reiseplanung, administrative Assistenz und organisatorische Entlastung. Das kann hochkomplex sein und ist für Führungskräfte zentral. Der Chief of Staff geht darüber hinaus. Er gestaltet Inhalte, bereitet Entscheidungen vor und steuert Initiativen mit hoher Sichtbarkeit.
In vielen Unternehmen ergänzen sich beide Rollen. Eine starke Assistenz sichert den Tagesbetrieb und schützt Zeit. Ein Chief of Staff schützt zusätzlich Fokus und Entscheidungsgüte. Wenn beides in einer Person liegt, braucht es klare Prioritäten. Sonst wird die Rolle zum Engpass.
Wann ist der COO die bessere Lösung als ein Chief of Staff?
Der COO ist in der Regel Linienverantwortlicher für operative Bereiche. Er verantwortet Ergebnis, Prozesse und Ressourcen in klaren Units. Ein Chief of Staff dagegen steuert quer und im Auftrag der Geschäftsführung. Wenn ein Unternehmen vor allem operative Exzellenz in der Linie braucht, ist ein COO oft passender.
Ein Chief of Staff ist besonders wirksam, wenn die Herausforderung in Koordination, Neuausrichtung oder Restrukturierung liegt. Dann braucht es eine Person, die Themen bündelt und übergreifend treibt. In stabilen Organisationen mit klarer Linienführung kann die Rolle kleiner ausfallen oder in ein Program Office wandern.
Wie grenzt sich der Chief of Staff von Head of Rollen und Projektmanagement ab?
Head of Rollen leiten meist eine Abteilung mit fachlichem Fokus, etwa Head of Operations oder Head of Strategy. Der Chief of Staff ist breiter. Er arbeitet an Prioritäten und Schnittstellen, statt nur eine Domäne zu optimieren. Projektmanagement fokussiert auf Methoden, Zeitpläne und Delivery. Der Chief of Staff nutzt diese Werkzeuge, trägt aber zusätzlich politische und strategische Verantwortung.
Ein praktisches Unterscheidungsmerkmal ist die Fragestellung. Projektmanagement fragt, wie wir liefern. Chief of Staff fragt zusätzlich, ob wir das Richtige liefern und ob der CEO dafür Zeit, Klarheit und Unterstützung hat. Diese Meta Ebene macht den Unterschied in der Wirkung.
Skills, Berufserfahrung und typische Profile
Welche Skills müssen Chiefs of Staff mitbringen?
Ein Chief of Staff braucht ein tiefes Verständnis für Business, Menschen und Entscheidungslogik. Fachlich zählen analytische Stärke, strukturiertes Denken und exzellente Kommunikation. Dazu kommt die Fähigkeit, unter Unsicherheit zu arbeiten. Viele Themen sind nicht ausdefiniert. Sie entstehen aus Konflikten, Zeitdruck oder unklaren Verantwortlichkeiten.
Wichtig ist außerdem Führungskompetenz ohne formale Macht. Ein Chief of Staff bewegt Führungskräfte, ohne immer Weisungsrecht zu haben. Das erfordert Vertrauen, Diplomatie und klare Kante. Wer sich von Partikularinteressen leiten lässt, verliert schnell Neutralität. Wer Konflikte vermeidet, verliert Geschwindigkeit.
Welche Berufserfahrung ist häufig relevant?
Typische Hintergründe sind Beratung, Unternehmensentwicklung, Strategie, Operations oder Business Transformation. Häufig bringen Kandidatinnen und Kandidaten mehrere Jahre Berufserfahrung in komplexen Organisationen mit. Ebenso verbreitet sind Profile aus Finance, Product oder People, sofern sie stark in cross functional Steering waren.
Formale Abschlüsse sind sekundär. Ein wirtschaftswissenschaftlich geprägter Hintergrund kann helfen, ist aber nicht zwingend. Entscheidend ist die Fähigkeit, Themen schnell zu erfassen und in umsetzbare Entscheidungen zu übersetzen. Projektmanagementerfahrung ist oft ein Muss, weil Execution ein Kern der Rolle ist.
Chief of Staff in Deutschland: Besonderheiten, Chancen und Fallstricke
Wie ist die Rolle in Deutschland typischerweise ausgestaltet?
In Deutschland wird die Position oft als Stabschef oder als Stabsstelle der Geschäftsführung beschrieben. In Konzernen ist sie teils eng an Strategie, Transformation oder Corporate Development angebunden. In Mittelstand und Scale ups entsteht die Rolle häufig aus Wachstumsschmerzen, wenn der CEO operativ überlastet ist und gleichzeitig strategisch liefern muss.
Ein wichtiger Punkt ist die kulturelle Passung. Deutsche Organisationen legen oft Wert auf klare Zuständigkeiten und formale Prozesse. Ein Chief of Staff braucht daher ein sauberes Mandat. Ohne Rückendeckung durch CEO und Führungsebene wird die Rolle schnell als zusätzliche Kontrolle wahrgenommen. Mit klarer Legitimation kann sie ein neutraler Knotenpunkt sein.
Welche Unternehmensgröße profitiert besonders?
Je komplexer das System, desto höher der Nutzen. Ab einer gewissen Größe steigt die Zahl der Schnittstellen stark. Das betrifft Abteilungen, Standorte und Stakeholder. Der Chief of Staff wirkt dann wie ein Multiplikator für Fokus und Alignment. In sehr kleinen Firmen kann die Rolle trotzdem sinnvoll sein, wenn ein Strategiewechsel ansteht oder externe Stakeholder Druck erzeugen.
Als Faustregel gilt: Wenn Entscheidungen zu lange dauern und Initiativen regelmäßig stecken bleiben, ist die Rolle ein Kandidat. Ebenso, wenn der CEO zu viele operative Details zieht und dadurch die Unternehmensentwicklung leidet. Dann kann ein Chief of Staff dem CEO den Rücken frei halten, ohne die Linie zu entmündigen.
Gehalt, Karrierepfad und Chief of Staff Jobs
Wie wird das Gehalt eines Chief of Staff typischerweise bestimmt?
Das Gehalt hängt stark von Mandat, Unternehmensgröße, Branche und Seniorität ab. Eine Rolle mit strategischer Verantwortung, direktem Zugang zur Führungsebene und hoher Execution Last liegt meist deutlich über klassischen Assistenzprofilen. Kommt Personalverantwortung dazu oder eine klare Ownership für zentrale Programme, nähert sich die Vergütung häufig anderen leitenden Funktionen an.
In Deutschland ist die Bandbreite besonders groß, weil Titel und Aufgaben nicht standardisiert sind. Für eine belastbare Einordnung lohnt der Blick auf konkrete Stellenprofile. Achten Sie auf Scope, Reporting Linie, Budgetnähe und ob der Chief of Staff als vollwertiges Mitglied der Führungsebene vorgesehen ist. Diese Faktoren erklären Gehaltsunterschiede oft besser als der Titel.
Welche Karrierewege ergeben sich aus der Rolle?
Viele nutzen die Position als Sprungbrett. Durch die Nähe zu CEO und strategischen Themen entsteht ein einzigartiges Lernfeld. Der Chief of Staff sieht, wie Entscheidungen wirklich getroffen werden und wie Organisationen funktionieren. Daraus ergeben sich Anschlussrollen in Operations, Corporate Development, Geschäftsmodellen oder als Head of in einem zentralen Bereich.
Der Übergang ist jedoch nicht automatisch. Wer nur koordiniert, lernt weniger als jemand, der strategische Initiativen aktiv gestaltet und Ergebnisse verantwortet. Ein guter Indikator ist, ob die Rolle Outcomes besitzt. Wenn Sie als Chief of Staff messbar liefern, steigt Ihre Anschlussfähigkeit in der Unternehmensführung deutlich.
Best Practices und typische Fehler in der Zusammenarbeit
Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen CEO und Chief of Staff?
Erfolgreiche Modelle starten mit klarer Rollenklärung. Der CEO definiert, wofür der Chief of Staff zuständig ist und wofür nicht. Dazu gehört auch, wie Entscheidungen vorbereitet werden und wann der Chief of Staff eigenständig handeln darf. Ohne diese Leitplanken entsteht Unsicherheit. Das kostet Vertrauen und Zeit.
Genauso wichtig ist der Rhythmus. Ein fester Takt für 1 zu 1 Gespräche, Prioritäten und Follow ups verhindert, dass die Rolle in Tagesfeuerwehr abrutscht. Der Chief of Staff sollte Themen nicht nur sammeln, sondern zu Entscheidungen bringen. Der CEO sollte Rückendeckung geben, wenn es Widerstand gibt.
Welche Fehler treten in der Praxis besonders häufig auf?
Ein häufiger Fehler ist ein zu vages Mandat. Dann wird der Chief of Staff zur Projektablage oder zum Meeting Protokoll. Ein weiterer Fehler ist das Überspringen der Führungsebene. Wenn der Chief of Staff in die Linie hineinregiert, entstehen Abwehrreaktionen. Die Rolle muss verbinden, nicht ersetzen.
Auch die Personalauswahl ist kritisch. Wer keine Weitsicht hat, wird von Tagesdetails überrollt. Wer Konflikte scheut, wird im Entscheidungsprozess wirkungslos. Und wer zu politisch agiert, verliert Vertrauen. Ein guter Chief of Staff ist klar, loyal und unabhängig genug, um unbequem zu sein, wenn es nötig ist.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Rolle | Leitende Stabsfunktion nahe CEO, Fokus auf Prioritäten, Entscheidungen und Umsetzung. |
| Aufgaben | Strategische Initiativen steuern, Alignment sichern, Governance und Follow up verankern. |
| Abgrenzung | Mehr als Assistenz, weniger Linienchef als COO, stärker quer als Head of Rollen. |
| Skills | Analytik, Kommunikation, Führung ohne formale Macht, Projektmanagementerfahrung. |
| Deutschland | Oft als Stabschef der Geschäftsführung, Wirkung hängt am Mandat und an Kulturpassung. |
Fazit
Der Chief of Staff ist keine Modebezeichnung, sondern ein Organisationshebel. Wenn Zeit, Information und Entscheidungen knapp werden, wächst der Nutzen der Rolle. Sie entlastet die Unternehmensführung, sorgt für klaren Fokus und erhöht die Umsetzungsqualität. Besonders in Phasen von Neuausrichtung, Restrukturierung oder schnellem Wachstum kann ein Chief of Staff ein strategischer Partner sein, der Geschwindigkeit ermöglicht.
Entscheidend ist die saubere Ausgestaltung. Ohne Mandat und klare Abgrenzung wird die Rolle zur Koordinationsfalle. Mit klarer Legitimation, guter Projektmanagementpraxis und einer Person mit echter Führungskompetenz entsteht ein Bindeglied, das die Organisation zusammenhält. Für Unternehmen lohnt sich der Blick auf Wirkung statt Titel. Für Bewerbende lohnt die Prüfung, ob die Rolle echte Execution Verantwortung enthält.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Chief of Staff“
Wann ist ein Chief of Staff die falsche Entscheidung?
Ein Chief of Staff ist die falsche Entscheidung, wenn die eigentliche Lücke in der Linienverantwortung liegt. Wenn Prozesse, Qualität oder Kosten in einem Kernbereich aus dem Ruder laufen, braucht es oft eine klare operative Führung, etwa über einen COO oder eine Head of Operations Rolle. Auch wenn die Geschäftsführung keine Zeit für Rollenklärung hat und keine Rückendeckung geben will, entsteht schnell Frust. Dann wird die Position zur Pufferzone, statt Wirkung zu entfalten.
Ebenso kritisch ist eine Kultur, die Transparenz und offene Konfliktbearbeitung meidet. Ein Chief of Staff muss Entscheidungen sichtbar machen und Widersprüche ansprechen. Wenn das systemisch nicht gewollt ist, bleiben nur Symbolaufgaben. In solchen Fällen ist es häufig sinnvoller, zunächst Governance und Entscheidungslogik zu stärken, bevor man eine zentrale Stabsrolle installiert.
Wie lässt sich Erfolg in der Rolle messen, ohne reine Zahlen zu erfinden?
Erfolg lässt sich über beobachtbare Outcomes messen, ohne künstliche Kennzahlen zu erfinden. Prüfen Sie, ob Entscheidungen schneller und klarer getroffen werden. Achten Sie darauf, ob strategische Initiativen mit weniger Reibung durchlaufen und ob Verantwortlichkeiten eindeutig sind. Ein weiterer Indikator ist die Qualität der Führungskommunikation. Wenn Botschaften konsistenter werden und weniger Missverständnisse entstehen, ist das ein starkes Signal.
Auf individueller Ebene hilft die Frage, ob der CEO spürbar mehr Zeit für Prioritäten hat. Ebenso relevant ist, ob Eskalationen früher erfolgen und dadurch weniger Krisen entstehen. Diese Effekte sind in Meetings, in Entscheidungsprotokollen und in der Qualität von Abstimmungen erkennbar. Sie sind greifbar, auch ohne eine Zahl daneben zu schreiben.
Welche Rolle spielt Vertraulichkeit und wie schützen Sie diese praktisch?
Vertraulichkeit ist ein Kern der Rolle, weil der Chief of Staff Zugang zu sensiblen Informationen hat. Das betrifft Personalthemen, Mergers, Investitionen oder interne Konflikte. Praktischer Schutz beginnt mit klaren Kommunikationswegen. Nutzen Sie definierte Kanäle, begrenzen Sie Verteiler und dokumentieren Sie nur, was wirklich nötig ist. Ebenso wichtig ist die Disziplin in informellen Gesprächen, weil dort oft die kritischsten Inhalte auftauchen.
Für Unternehmen empfiehlt sich eine klare Erwartungshaltung, die Vertraulichkeit und Transparenz austariert. Der Chief of Staff muss informieren, ohne zu plaudern. Gleichzeitig darf Vertraulichkeit nicht zur Machttechnik werden. Wenn Informationen bewusst zurückgehalten werden, leidet Vertrauen. Ein sauberes Prinzip ist Need to know, kombiniert mit klaren Entscheidungsdokumenten für die relevanten Stakeholder.
Wie vermeiden Sie, dass der Chief of Staff als Kontrolle empfunden wird?
Akzeptanz entsteht durch Nutzen. Wenn der Chief of Staff Abteilungen nur nach Status fragt, wirkt das wie Kontrolle. Wenn er Hindernisse entfernt, Entscheidungen klärt und Ressourcen entblockt, entsteht Kooperation. Zentral ist auch die Kommunikation des Mandats. Die Geschäftsführung sollte klar sagen, dass der Chief of Staff im Auftrag arbeitet und keine Parallelhierarchie aufbaut. Das reduziert politische Abwehr.
In der Praxis helfen gemeinsame Formate. Etwa ein transparentes Portfolio Review, in dem Prioritäten und Abhängigkeiten offen diskutiert werden. Der Chief of Staff moderiert, statt zu dominieren. Außerdem sollte er konsequent neutral bleiben. Sobald die Rolle Partei ergreift, kippt sie in Machtspiel. Neutralität ist daher nicht weich, sondern eine Arbeitsgrundlage.
Welche Vertrags und Rollenformulierungen schützen vor einem zu vagen Job Zuschnitt?
Hilfreich sind Formulierungen, die Outcomes und Verantwortungsbereiche beschreiben, statt nur Tätigkeiten zu listen. Dazu gehört etwa die Verantwortung für die Steuerung strategischer Initiativen, die Weiterentwicklung des Entscheidungsprozesses und die Moderation von Alignment zwischen Führungsebene und Abteilungen. Ebenso wichtig ist die Klarstellung der Schnittstellen, etwa zu COO, Executive Assistant, Projektmanagement oder Unternehmensentwicklung. Das verhindert Doppelarbeit.
Auch die Reporting Linie sollte eindeutig sein, meist direkt zum CEO oder zur Geschäftsführung. Ergänzend kann festgelegt werden, welche Entscheidungen der Chief of Staff vorbereiten darf und wann er eskalieren muss. Solche Klarheit schützt beide Seiten. Sie reduziert die Gefahr, dass die Rolle mit allem überladen wird und am Ende weder strategisch noch operativ sauber liefert.
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