Eva Primavesi: Fachliche Expertise in Medien unter Beweis stellen

Fachliche Expertise herausstreichen - so geht es

Eva Primavesi ist PR- und Medienstrategin und betreibt innovatives Medien-Coaching für visionäre Businessfrauen, um ihre Bekanntheit und ihre fachliche Expertise durch Pressearbeit zu steigern.

Ihre Kundinnen sind in kurzer Zeit mit großen Artikeln in Zeitungen, renommierten Onlinemedien oder in bekannten Blogs vertreten, und sie verschaffen sich so einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Branchenkollegen. Wir haben uns in diesem Interview über professionelle PR-Beratung und über Ihr neues Buch “Von unsichtbar zum Pressestar” unterhalten.

Wenn fachliche Expertise einer der Schlüssel zu mehr Medienpräsenz ist, welches ungewöhnliche Beispiel oder welche unerwartete Geschichte würden Sie als effektives Mittel empfehlen, um komplexe Themen einem breiten Publikum näher zu bringen?

Die Medien brauchen die fachliche Expertise von Spezialisten, wenn es darum geht, komplexe Sachverhalte zu erklären und vor allem einzuordnen. Egal ob das jetzt eine neue rechtliche Regelung ist, die Auswirkungen auf Unternehmensprozesse oder den Alltag von Familien hat. Die Fachexpertise dient hier als Übersetzung für die Laien, je besser man den Sachverhalt in einfachen Worten beschreiben kann, desto besser.

Das bedeutet andersherum, dass Journalisten immer auf der Suche nach Experten sind, da ihnen das spezifische Branchenwissen fehlt! Spezialisten sollten daher aktiv ihre fachliche Expertise den Medien anbieten und proaktiv Themenvorschläge machen. Sie müssen nicht warten, bis sie entdeckt werden. Journalisten sind sehr dankbar, wenn sich jemand proaktiv zu einem bestimmten Thema meldet.

Der Zeitpunkt spielt hier eine zentrale Rolle. Wenn der Zeitpunkt stimmt, dann rennt man mit seiner fachlichen Expertise offene Redaktionstüren ein. Zu Weihnachten suchen Journalisten immer Geschenketipps, oder berührende Stories zu Nächstenliebe und Charity. Am Valentinstag suchen sie Fachexperten, die neue Blickwinkel zum Thema Liebe & Partnerschaft bringen; im Frühjahr punkten Spezialisten mit Themen: Frühjahrsputz, Detox, Fitness und Aufräumen.

Man kann mit seinem Themenvorschlag auch einen starken Gegenpunkt setzen. Über Tod und Trauer berichten die Medien bevorzugt rund um Allerheiligen. Gestorben wird allerdings auch im Frühjahr und im Sommer, getrauert ebenso. Also können das beispielsweise Trauerbegleiter dann auch so vorschlagen.

In einer Welt voller Informationen und Experten, wie kann jemand mit spezifischer fachlicher Expertise aus der Masse hervorstechen und in den Medien als herausragende Stimme wahrgenommen werden?

Kontinuität ist hier der Schlüssel! Je öfter jemand in den Medien seine fachliche Expertise teilt, desto bekannter wird er oder sie als Experte. Ich empfehle meinen Klientinnen und Klienten immer, pro Woche EIN Medium anzuschreiben. Im Jahr sind das immerhin über 50 Medien!! Das darf man nicht unterschätzen.

Ein einfaches Mail mit einem Vorschlag ist für Experten besser und leichter machbar als eine standardisierte Presseaussendung zu schreiben und diese an 100 Journalisten abzuschicken. Je genauer man sich mit dem Medium vorab auseinandersetzt, es also liest, anschaut oder anhört, desto konkreter kann man auch einen Themenvorschlag formulieren.

Wenn Journalisten merken, der Absender hat sich mit dem Medium beschäftigt und sie bekommen einen passgenauen Vorschlag, erhöht das ungemein die Chancen, eine positive Rückmeldung vom Redakteur zu bekommen und als Interviewpartner vorgeschlagen zu werden. Massenmails werden hingegen nicht geschätzt.

Fachliche Expertise kann manchmal trocken erscheinen. Welche unkonventionelle Methode oder welches ungewöhnliche Medium würden Sie empfehlen, um ein fachliches Thema lebendig und ansprechend zu präsentieren?

Es gibt genug Themengebiete, bei denen die Einschlafgefahr hoch ist und der Sexappeal bei null liegt. Versicherungen, Finanz- oder Steuerthemen zum Beispiel. Gähnend langweilig, nicht wahr? Das liegt meist an dem Beamtendeutsch-Schreibstil, gespickt mit vielen Fremdwörtern, die zwar fachliche Expertise zeigen, aber die Leser oder Zuhörer nur mit Fragezeichen im Kopf zurücklässt. 

Die wirkliche fachliche Expertise liegt dann darin, das Themengebiet so zu beschreiben, wie Sie es Ihrem besten Freund oder Ihrer besten Freundin erklären würden. Sie würden Ihrem besten Freund auch keine Fachwörter, Anglizismen oder brancheninterne Abkürzungen zumuten, sondern diese anschaulich erklären. Sie würden sicher auch einfachere Worte finden, Analogien hernehmen, um das Thema greifbarer zu machen. Oder die Geschichte eines Kunden erzählen, der mit den gleichen Problemen kämpfte. Wahrscheinlich würden Sie das Ganze natürlich mit einer Prise Humor würzen, nicht wahr?

Um Vertrauen in die fachliche Expertise aufzubauen, spielt Sprache eine zentrale Rolle. Wenn man nur Bahnhof versteht, dann fördert das kein Vertrauen. Wenn Sie Sachverhalte einfach und verständlich erklären können, haben Sie gewonnen – das Vertrauen und vielleicht sogar einen Kunden. Egal ob es sich dann um ein direktes Gespräch oder einen gelungenen Artikel handelt.

Wir leben in einer Ära, in der soziale Medien immer wichtiger werden. Wie kann jemand mit fachlicher Expertise wie ein „Influencer“ agieren, um nicht nur zu informieren, sondern auch zu inspirieren und Einfluss zu nehmen?

Das ist eine spannende Frage, denn „Influencer“ sind sehr in Verruf geraten. Bussi, Bussi und andere Oberflächlichkeiten, Modepüppchen, die den letzten Fashion-Schrei präsentieren, und pubertierende Teenager, die Hacks aus Computerspielen zeigen. Wenn Sie ein erfahrener Experte mit seriösem Fachwissen sind, dann wollen Sie nicht mit diesen Leuten in einen Topf geschmissen werden.

Auf der anderen Seite hat sich unser Medienkonsum regelrecht um 180 Grad gewendet. Die wenigsten von uns kaufen noch regelmäßig Tageszeitungen oder Magazine, um sich zu informieren.

Der Großteil der Menschen setzt sich vor Google und tippt seine Fragen in die Suchmaschine ein. In diesem Fall wäre es doch gut, wenn Sie als Experte mit Ihrer fachlichen Expertise ganz oben aufpoppen, nicht wahr? Heute nicht mehr mit Webseite oder mit einem Social Media Kanal vertreten zu sein, ist fast schon fahrlässig. Wenn Sie als Experte im Internet NICHT auffindbar sind, stellt man sich automatisch die Frage: Gibt es Sie und Ihr Unternehmen wirklich? Interessanterweise informieren sich auch Journalisten vorab über Google über ihre Interviewpartner. Wenn Sie da gefunden werden und schnell klar ist, wofür sie stehen, ist Ihnen das Interview gewiss!

Wie viel Provokation empfehlen Sie, um die eigene fachliche Expertise zu untermauern und dennoch nicht zu sehr anzuecken?

Alleine um Journalisten in einer Mail neugierig zu machen, ist Provokation ein gutes Mittel, um gesehen und gelesen zu werden. Es zeigt, dass man einen tiefen Einblick in die Branche hat und dort anscheinend etwas richtig gut oder richtig schlecht rennt. Eine provokative Aussage, kann helfen Aufmerksamkeit zu erregen. Das gilt auch für Online-Artikel. Je provokanter die Überschrift, desto eher wird geklickt.

Es liegt dann an Ihnen, ob Sie später im Interview auch noch so provokant sind oder eben nicht und Ihre Expertise sachlich oder mit Chili bringen. Das ist eine Entscheidung mit Intention, Ihre persönliche Entscheidung, die ihrer Persönlichkeit und ihrem Charakter entspricht. Schließlich wollen Sie beim Interview authentisch und souverän wahrgenommen werden, also bleiben Sie so wie Sie sind. Dann war Provokation Ihr Mittel zum Zweck. 

Eva Primavesi

Wie genau dies funktioniert, erfährt man im aktuellen Buch von Eva Primavesi: “Von unsichtbar zum Pressestar”. HIER zu bestellen oder über AMAZON.

Herzlichen Dank für das aufschlussreiche Interview, Frau Primavesi. Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.evaprimavesi.com

Fotocredits by: Thomas Hofmann, Wien.

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